Leipziger Volkszeitung
12.06.2004 VfB-Nachwuchs darf beim 1.FC Lok weiter spielen!
Sonntag tragen die A-Junioren des VfB Leipzig ein immens wichtiges Spiel statt. Sie müssen beim VfL Wolfsburg erfolgreich sein, wenn sie den Verbleib in der Bundesliga noch packen wollen. Sollten ihnen das tatsächlich gelingen, so gäbe es trotzdem das Aus. Der DFB hat nämlich die Reißleine gezogen, erlaubt nicht, dass die Junioren des insolventen VfB ihre Spielklasse mitnehmen, wenn sie ab 1. Juli unter dem Namen des neu gegründeten 1. FC Lok Leipzig aufspielen würden. "Der Verein ist nicht Rechtsnachfolger des VfB Leipzig", begründet Bernd Barutta in Frankfurt/Main die Entscheidung. Der Leiter der Junioren-Abteilung beim DFB verweist auf eine Sitzung des Bundesliga-Zulassungsausschusses am 25. Mai, in der dieser Spruch gefällt wurde. Es gibt keine Paragraphen, die einen solchen im Nachwuchs-Bereich auf dieser Ebene zulassen würden. Im Fußball der Erwachsenen sieht das anders aus, wie das Beispiel der VfB-Frauen zeigt, die sich dem 1. FC Lok anschlossen, ihre Spielklasse mitnahmen und ab kommender Saison in der 2. Bundesliga spielen. "Der Fakt ist richtig", erkennt Steffen Kubald an. "Wir hätten ja sämtliche Lasten des insolventen Vereins am Hals." Der 1. Vorsitzende des 1. FC Lokomotive Leipzig will jedoch die exklusive Junioren-Spielklasse nicht so ohne weiteres aufgeben. "Sollte den Jungs der Bundesliga-Erhalt gelingen, dann werden wir beim DFB Einspruch einlegen. Wir wollen ihnen dann die Klasse erhalten." 14 Tage hätten die Probstheidaer dafür Zeit. Kommt es zum Abstieg, dann treten die A-Junioren künftig sowieso in der Regionalliga an. Anders verfährt der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV). Zwar steht der Entscheid an diesem Wochenende erst noch aus, doch es dürfte feststehen: Die B-Junioren des VfB kicken nächste Saison statt des VfB- mit dem Lok-Emblem auf der Brust. "Voraussetzung ist der mehrheitliche Übertritt der Aktiven in den neuen Verein", begründete Gerhard Rössel (Gera), Spielleiter der NOFV-Regionalligen, die zu erwartende Entscheidung, die heute in Berlin auf der Sitzung des Jugendausschusses gefällt wird. Zwar steht die Bestätigung des Vorstandes dann noch aus, "aber wir wollen ganz einfach so entscheiden, weil es sonst schade um die Spieler wäre, die sich diese Klasse ja sportlich erkämpft haben" (Rössel). Er verweist dabei auf einen Präzedenzfall, der in ähnlicher Weise in Greifswald im vorigen Jahr geschah. Rössel: "Da wurde auch zu Gunsten der Spieler entschieden, die ihre Spielklasse beim Vereinswechsel behalten durften." Das hört Kubald natürlich gern, würde sich doch per 1. Juli die Mitgliederzahl des 1. FC Lok beträchtlich erhöhen. Von derzeit 276 stiege sie dann mit den Nachwuchs-Akteuren auf 700. Die VfB-Mitglieder werden übrigens angeschrieben, sollen sich entscheiden, ob sie zum 1. FC Lok übertreten oder nicht. "Das alles ist mit dem Insolvenzverwalter Herrn Striewe abgestimmt", bestätigt Kubald. Noch ist er mit seiner Führungsmannschaft dabei, den Vereins-Etat für die neue Saison zu stemmen. Etwa 300.000 Euro wollen die Probstheidaer zusammen bekommen. Davon kämen ein Drittel vom Kooperationspartner FC Erzgebirge Aue, ein Drittel von Sponsoren und der "Rest" soll aus Beiträgen, Werbung und anderen Marketing-Aktivitäten fließen. Ob alles so aufgeht, ist offen. "Klar ist auf jeden Fall, dass der Großteil der Gelder in den Nachwuchs fließt, in der Männermannschaft ist kein Geld zu verdienen", erklärt Kubald. Die "Großen" müssen bekanntlich den Spielbetrieb in der 3. Kreisklasse aufnehmen, und das im traditionsreichen Bruno-Plache-Stadion. Wenn denn die Konditionen stimmen, die im ab 1. Juli geltenden Pachtvertrag festgeschrieben werden. Eine Summe wollte Kubald dafür noch nicht nennen.


Eberhard Schmiedel
Leipziger Volkszeitung
11.06.2004 DFB: Keine Lizenz für VfB-Junioren!
Nun hat der Deutsche Fußball-Bund ein Machtwort gesprochen und mitgeteilt: Der 1. FC Lok Leipzig wird nicht als Rechtsnachfolger des insolventen VfB Leipzig anerkannt Aus diesem Grund verfallen auch die Spielrechte für die A-Junioren-Bundesliga. Wie von Uwe Leonhardt, Präsident des Zweitligisten FC Erzgebirge Aue zu hören war, wird dessen Verein seine Kooperation mit dem 1. FC Lok aufrecht erhalten und das Sichtungssystem vorantreiben. In der nun zu Ende gehenden Saison haben die A-Junioren der Probstheidaer am Wochenende die letzte Bundesliga-Partie zu absolvieren. Sie treten beim VfL Wolfsburg an (11 Uhr). Der VfB nimmt derzeit den 12. Platz von 14 Mannschaften ein. Nach der Insolvenz des VfB Leipzig haben sich inzwischen 25 Fußball-Talente des Vereins von der A- bis zu den C-Junioren bereit erklärt, künftig im neuen Nachwuchszentrum des FC Sachsen Leipzig zu spielen.


Eberhard Schmiedel
Leipziger Volkszeitung
08.06.2004 Wiese von Rotation zum 1.FC Lok?
Stürmer Aleksej Wiese von Bezirksliga-Absteiger Rotation 1950 soll sich bereits mit dem 1.FC Lokomotive über einen Wechsel einig sein. Auch Akteure von Bezirksligist TuS Leutzsch sind beim Verein der 3. Kreisklasse in Probstheida im Gespräch.
Leipziger Volkszeitung
04.06.2004 Lisiewicz: "Der 1.FC Lok ist doch kein normaler Kreisklasse-Verein"!
Von 1968 bis 1978 stürmte er für den 1. FC Lok Leipzig in DDR-Oberliga und Europacup, jetzt kehrt Rainer Lisiewicz, 54, zu seinen Wurzeln zurück - als Trainer in der 3. Kreisklasse, wo Lok als Nachfolger des bald liquidierten VfB neu beginnen muss. Frage: Sind Sie sentimental? Rainer Lisiewicz: "Eigentlich nicht." Warum sonst lässt sich ein Mann, der Grimma in die vierte Liga führte, auf die unterste Spielklasse ein? "Nach einem Jahr Pause brauche ich wieder Fußball, will meiner Frau nicht auf den Wecker fallen. Anderswo hätte ich sofort in der Landesliga anfangen können, aber aus beruflichen Gründen kann ich nicht weg aus der Region Leipzig. Dann kam die Anfrage von Lok. Das Konzept hat mich überzeugt. Ich habe den Verein ja nie aus den Augen verloren." Haben Sie denn keine Angst, belächelt zu werden? "Einige werden das sicher tun. Es ist mir egal. Ich bin überzeugt, dass dieser Traditionsverein wieder nach oben kommt, will Zeichen setzen, für einen Schub sorgen Bisher spüre ich nur Zustimmung." Was macht Sie außer Nostalgie-Gefühlen noch optimistisch? "Es gibt Sponsoren, die Kooperation mit Aue, gute Trainingsbedingungen, immer noch ein großes Fanpotenzial, viel Trotz und eine arbeitsfähige Führung. Wir fangen nicht bei Null an, das hier ist doch kein normaler Kreisklasse-Verein." Haben Sie mal ausgerechnet, wie alt Sie sein werden, wenn der 1. FC Lok wieder in der Oberliga spielt? "Mit 65 hätte ich genau das richtige Alter für einen Bundesliga-Trainer. Quatsch. Ich hoffe, dass wir nicht die komplette Tippeltappeltour gehen müssen, sondern bald einen Partnerverein finden und so einige Spielklassen überspringen können." Mit wem werden Sie in der elften Liga zum Hobby-Fußball antreten? "Wir meinen es ernst, werden zweimal die Woche trainieren. Ich habe eine Spielerliste, die ich abarbeiten werde. Im Juli geht`s dann los. Im Notfall würden auch Ex-Profis wie Uwe Trommer einspringen." Der Schwerpunkt bei Lok liegt vorerst im Nachwuchs. Mischen Sie da mit? "Ich möchte die Regie im gesamten sportlichen Bereich übernehmen. Wir werden alle Altersklasse besetzen. Probleme gibt`s nur bei der A-Jugend. Selbst wenn das VfB-Team noch den Bundesliga-Klassenerhalt schafft, wird Lok vom DFB wohl keine Lizenz erhalten." Sie betreiben Sonnenstudios, sind finanziell unabhängig. Für wie lange und zu welchen Konditionen unterschreiben Sie in Probstheida? "Vielleicht für ein Jahr, vielleicht für fünf. Ich überlege noch. Mehr als eine Aufwandsentschädigung will und brauche ich nicht. Das war schon in Grimma so. Dort habe ich bewiesen, dass ich einen Verein nach oben bringen kann."


Steffen Enigk
Bild Zeitung
03.06.2004 Lisiewcz zum 1.FC Lok - Warum tut sich dieser Trainer Liga elf an?
Zurück zu den Wurzeln. Auch wenn sie inzwischen noch so tief liegen... Rainer Lisiewicz (54) heißt der Trainer des 1.FC Lokomotive. Klub-Chef Steffen Kubald: "Er will es allen zeigen, wir auch. Das passt." Allerdings muss man sich jetzt fragen, was Lisiewicz (früher beim Oberligisten Grimma) an Liga elf reizt. Denn für den Nachfolgeverein von Pleite-Klub VfB gibt`s den Neuanfang ab Sommer in der 3. Kreisklasse. Zunächst muss man wissen: Lisiewicz stürmte für den 1.FC Lok früher schon mal durch die DDR-Oberliga (1968/78). Zudem ist er auf das große Geld nicht mehr angewiesen. Mit Sonnenstudios hat er sich inzwischen selbstständig gemacht. Eine Aufwandsentschädigung bekommt er natürlich trotzdem. "Ich sehe mich als verantwortlichen Manager für den gesamten sportlichen Nachwuchs", sagt Lisiewicz. Und fügt augenzwinkernd hinzu: "In der 3. Kreisklasse brauchst du doch eigentlich gar kein Training - auch wenn wir diese Liga natürlich trotzdem ernst nehmen." Sein Vertrag läuft zunächst ein Jahr. Eine Verlängerung wird auch davon abhängig sein, ob Lok nächste Saison Spielklasse überspringen kann (durch Kooperation mit anderen Vereinen). Lisiewicz: "So langsam komme ich ja in die Jahre ..." Nicht zuletzt: 20 Spieler hat er bereits zur Verfügung!


André Schmidt
Bild Zeitung
29.05.2004 Lok muss 4.000 Euro Miete zahlen!
Das Plache-Stadion - noch haben die Banken die Hände drüber. Aber in deren Auftrag ist VfB-Insolvenzverwalter Friedbert Striewe am Ball. Um Geld für die Kreditinstitute reinzuholen. Fakt ist: Zum 1. Juli wird das Gelände an den 1.FC Lokomotive vermietet. Monatlich wird das dem Klub künftig 4.000 Euro kosten. Striewe: "Allerdings deckt das noch nicht mal die Kreditzinsen. Deswegen ist`s durchaus möglich, dass auch andere Veranstaltungen reingenommen werden." So gibt es inzwischen sogar eine Anfrage für einen Flutlicht-Flohmarkt.


André Schmidt
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