Leipziger Volkszeitung
04.08.2004 Geheimtreffen zwischen Lok und Erzgebirge Aue!
Die schriftliche Fixierung der Kooperation zwischen Elftligist Lok Leipzig und Zweitligist Erzgebirge Aue ist offenbar geheime Kommandosache. Auch satte acht Wochen nach Zusendung des Leipziger Vertragsentwurfs drücken sich die Verantwortlichen um aussagekräftige Statements, wann es zum formalen Akt kommt. Aus Reihen der Erzgebirgler hieß es, dass die mündliche Einigung vollzogen sei und man dazu stehe. Die Perspektive stimme nach wie vor, daran habe die Völkerwanderung diverser Nachwuchskräfte von Probstheida nach Leutzsch nichts geändert. Lokführer Steffen Kubald zweifelt eben wenig am Zustandekommen des Deals, der jährlich 110.000 Euro in die Kasse der Loksche spülen soll. Nach unseren Informationen treffen sich heute Abend Abordnungen beider Parteien in Leipzig. Zu einem Vertragsabschluss wird es dabei nicht kommen, FCE-Boss Uwe Leonhard urlaubt. Der schon jetzt Kultstatus genießende 1.FC Lok plant übrigens ein oder mehrere Gastspiele im Zentralstadion, der einstigen Stätte großer Triumphe.


Guido Schäfer
Bild Zeitung
03.08.2004 Rosige Zeiten!
Mit Mainz ist er in die Bundesliga aufgestiegen. Aber im Herzen bleibt Marco Rose (27) trotzdem Leipziger. Der A-Jugend des 1.FC Lok (sein Vater Jürgen ist da Co-Trainer) schenkte er einen kompletten Trikotsatz von Ausrüster "Lotto": "Keine Ahnung, wie teuer der ist. Die Rechnung habe ich noch nicht." Den Lok-Nachwuchs unterstützt zudem die Firma "Schindler-Aufzüge" (Trainingsanzüge, Shirts). Und das Sicherheits-Unternehmen "S.K.I." bleibt den Talenten als Trikotsponsor für ein weiteres Jahr erhalten.
Bild Zeitung
02.08.2004 650 Fans schauen einem Elftligisten beim Test zu!
Die zwei Polizisten vom Revier Süd rollten in ihrem Streifenwagen immer wieder nervös im Plache-Stadion vor. Konnten anscheinend gar nicht glauben, was da am Samstag Morgen abging. Da fanden sich um halb Elf doch tatsächlich 650 Fans ein, die ihren 1.FC Lok im Test gegen Blau-Weiß Leipzig sehen wollten. In der elften Liga. Und für drei Euro Eintritt... Wenn man die Mamas so mit ihren Kinderwagen sah, die Papas beim friedlichen Biertrinken - da konnte man fast von einem gemütlichen Familienausflug sprechen. Freundlicher Applaus begleitete die neue "Loksche" zudem bei jeder gelungenen Aktion. Und da gab es so einige: Kühn (4.) und Heusel (15.) trafen gleich mal zum 2:0. Dass Werner (34./71.) mit zwei Freistößen und zwischendurch Wohlfahrt mit einem Elfer (60.) noch fürs 2:3 sorgten - störte nicht wirklich. Trainer Rainer Lisiewicz: "Es gibt zwar noch ein paar Schwachpunkte. Aber man sah, dass wir auf jeden Fall das Niveau des Gegners hatten." Und der spielt immerhin Bezirksklasse, vier Ligen höher. Einen Hauch von Bundesliga wird`s heute geben. Ex-Leipziger Marco Rose (Mainz) ist zu Gast. Übergibt dem Lok-Nachwuchs einen Satz Trikots. Alte Liebe rostet eben doch nicht. Toll!


André Schmidt und Ronny John
Leipziger Volkszeitung
02.08.2004 1.FC Lok verliert Test vor 650 Fans mit 2:3!
Der neu gegründete Fußballclub 1.FC Lok Leipzig unterlag am Sonnabend vor rund 650 Zuschauern dem Bezirksklassisten VfK Blau-Weiß Leipzig mit 2:3. Die Lisiewicz-Elf ging bei ihrer Heimpremiere im Plache-Stadion durch Treffer von Kühn (4.) und Heusel (15.) in Front. Der ehemalige VfB-Mann Ronald Werner, Spielertrainer der Gäste, erzielte zwei Freistoßtreffer (34./71.), bei denen Hüter Bänsch schlecht aussah. Wohlfahrt (60.) markierte per Foulelfmeter den zwischenzeitlichen Ausgleich. Obwohl Gästespieler Rochal nach 15 Minuten Rot sah, einigten sich beide Teams, in Halbzeit zwei wieder 11 gegen 11 zu spielen.


MaLö
Bild Zeitung
31.07.2004 Die "Loksche" dampft im Plache-Stadion!
Der Rasen im Plache-Stadion - ein Teppich. Weil Oberligist SV Grimma entsprechende Technik kostenlos zur Verfügung stellte. Nachbarschaftshilfe für den einst so großen 1.FC Lokomotive, der in Liga elf einen Neuanfang wagt. Lobenswert. Heute (10.30 Uhr) wird auf dem heiligen Rasen erstmals nach der Pleite von Lok-Vorgänger VfB wieder Fußball gespielt. Bezirksklassist Blau-Weiß Leipzig (Trainer ist Ex-VfBler Ronald Werner) kommt zum Test. Und damit die "Loksche" künftig kräftig dampfen kann, müssen drei Euro (Kinder ein Euro) Eintritt abgedrückt werden. Legt man einen weiteren Euro drauf, darf auf dem Hartplatz sogar geparkt werden.
Leipziger Volkszeitung
30.07.2004 VfB-Nachfolger 1.FC Lok ist auf stiller Partnersuche!
Suche: Gut situierten Partner aus angenehmen Verhältnissen (höhere Liga) mit Hang zur Selbstaufgabe. Biete: Guten Namen aus großer Vergangenheit. Ziel: Möchte nach schweren Schicksalsschlägen gemeinsam mit Dir den Weg aus dem Keller (3. Kreisklasse) finden. Will wieder Spaß am Leben (Fußball) haben. So oder ähnlich könnte eine Kontaktanzeige des 1. FC Lok aussehen. Der neu gegründete Verein mit dem bekannten Namen ist zwar nicht permanent auf "Brautschau" (Präsident Steffen Kubald: "Wir haben derzeit viel wichtigere Dinge zu regeln"), doch eine mögliche Fusion mit einem höherklassigen Verein wird auch nicht ausgeschlossen. "Ursprünglich sind wir davon ausgegangen, dass wir uns ganz langsam aus der untersten Liga hoch arbeiten müssen", bekennt Kubald. "Doch wenn sich das beschleunigen ließe, wäre es natürlich besser." Das findet auch Trainer Rainer Lisiewicz, der den Verein so schnell wie möglich wieder zu altem Glanz bringen möchte. Schließlich hat er selbst beim 1. FCL in den siebziger Jahren als Spieler seine beste Zeit gehabt. "Für uns kommt aber nur eine ganz saubere Lösung in Frage, die die Mitglieder des anderen Vereins auch wollen", betont Lisiewicz und bedauert: "Schade, dass wir die Insolvenz des Mockrehnaer SV so spät mitbekommen haben, sonst wären wir jetzt vielleicht wenigstens in der Bezirksklasse." Mittlerweile haben die Lok-Verantwortlichen mit Bezirksligisten gesprochen. Bezirksmeister SSV Stötteritz hat nach einem freundlichem Gespräch bereits abgewunken, andere wie Fortuna Leipzig und der SV Tresenwald ebenso. Präsident Kubald sucht dennoch weiter: "Das machen wir aber im Stillen, sonst wird das nichts." Er rechnet ohnehin nicht vor Ende des Jahres mit greifbaren Ergebnissen. Vor einer Fusion - juristisch Verschmelzung - gibt es freilich einige Hürden zu nehmen, die die Spielordnung der Fußball-Verbände nicht ohne Grund aufgestellt hat. So müssen vor einem solchen Schritt beide Mitgliederversammlungen zustimmen. Mit welchen erforderlichen Mehrheiten, ob einfache, Zweidrittel oder andere, richtet sich nach den Satzungen der betroffenen Vereine. Stimmen die Mitglieder zu, ist die Absicht notariell zu beurkunden. Sollte bei der Verschmelzung der Sitz des Vereins verlegt werden, muss das in dem entsprechenden Vertrag stehen. Paragraf 47 der Spielordnung des Leipziger Fußball-Verbandes fordert, dass die überwiegende Zahl der aktiven Spieler dem neuen Verein beitreten muss. Dann entscheidet der zuständige Verband über die Spielklassen-Zugehörigkeit des neuen Vereins. In der Regel wird dies die Liga sein, in der bislang die höchstrangigste Mannschaft beider Vereine aktiv war. Wirksam wird dies für die kommende Saison aber nur, wenn er bis zum 31. Mai, also bis kurz vor Ende der alten Saison, angemeldet wird. So bürokratisch das alles klingt, die größte Hürde dürfte die Zustimmung der Mitglieder des Vereins sein, der seine Identität - hier für den 1. FC Lok - aufgeben soll. Doch genau das ist für die Probstheidaer Bedingung. Deshalb sagt Kubald: "Wir werden nichts übers Knie brechen. Aber es wird weiter Gespräche mit möglichen Partnern geben." Lok-Erzfeind Chemie hat 1990 vorgemacht, wie eine Fusion erfolgreich über die Bühne gehen kann. Als die Leutzscher den Aufstieg in die damals gerade noch existierende DDR-Oberliga verpasst hatten, "heirateten" sie Chemie Böhlen und wurden über "FC Grün-Weiß" wenig später zum FC Sachsen - und waren doch noch "oben". Der Böhlener "Rest" hingegen fiel nach kurzem Landesliga-Aufenthalt (Spielrecht der Reserve) bis zur Kreisebene, ist mittlerweile aber wieder in der Bezirksklasse angekommen.


Frank Müller
Bild Zeitung
29.07.2004 Lok dampfte schon wieder!
Aufatmen nach der Wespen-Attacke bei den Fußballfrauen des 1.FC Lok. Trainer Frank Tresp konnte seine Zweitligatruppe gestern Abend vollzählig zum Training begrüßen. Und lacht nach dem Schock auch schon wieder: "Uns haut eben nichts so leicht um." Beim Test am Samstag (15 Uhr gegen Dresdner SC) besteht nun jedenfalls keine Stechgefahr mehr.
Bild Zeitung
28.07.2004 Wespen-Attacke - Lok-Mädels beim Training niedergestochen!
Plötzlich vibrierte die Luft, ringsherum wurde es schwarz wie die Nacht... Der brutale Angriff der "Killer-Wespen" - es war wie in einem schlechten Horrorfilm. Der Schauplatz: Das Bruno-Plache-Stadion in Probstheida. Hier trainierten Montag Abend die Fußballfrauen des 1.FC Lok Leipzig. Machten sich mit Treppenläufen auf der Tribüne fit für die Zweitligasaison. Und ahnten nicht, dass sich unter einer Sitzbank ein riesiges Wespennest befand... Die schossen (von den Erschütterungen aufgeschreckt) urplötzlich aus einem Loch - Attacke auf die völlig überraschten Spielerinnen! "Auf einmal war es wie eine Wand. Da rasten Hunderte Wespen auf uns zu, haben wild um sich gestochen", erzählt Trainer Frank Tresp. Panik! Der nur 50 Meter lange Weg vom Stadiontunnel zu den Kabinen kam den Mädels vor wie ein Marathon... Neun Spielerinnen und der Coach wurden gestochen. Vier Rettungswagen mussten kommen. "Überall waren die Viecher, brutal. Wir hatten keine Chance", so Mandy Gallitschke (26). Sie hat`s gleich 15 Mal erwischt, an Hals, Rücken, Armen und Beinen. Schlimmer dran noch Nicole Fiedler (18): Sechs Stiche in den Kopf, Kreislaufzusammenbruch! Sie musste in der Uniklinik übernachten. Seit gestern Nachmittag ist der Horror zu Ende. Ein Schädlingsbekämpfer spritzte Insektengift, tötete so die Königin. Ohne die sind die anderen Wespen nicht überlebensfähig. Tresp froh: "So etwas will ich nie wieder erleben."


Adrian Wittwer
Bild Zeitung
27.07.2004 Die Lok-Frauen in Liga zwei: Bitte nachmachen, Männer!
An diesen Fußball-Mädchen können sich unsere Männer getrost ein Beispiel nehmen! In den letzten Jahren (noch als VfB Leipzig) stieg die Mannschaft von Trainer Frank Tresp (40) vier Mal auf. Spielt kommende Saison als 1.FC Lokomotive in der 2. Bundesliga. Und das mit einem Mini-Etat von nur 60.000 Euro. Tresp: "Wir legen insgesamt 9.000 Kilometer (von Aue bis nach Saarbrücken) mit dem Bus zurück. Da bleibt für die Damen kein Cent extra übrig." Hört, hört, liebe Männer: Die spielen quasi für nix. Mandy Gallitschke (26), die rechte Läuferin: "Wir zahlen sogar - jeden Monat 15 Euro Mitgliedsbeitrag." Bemerkenswert.


André Schmidt
Bild Zeitung
27.07.2004 Brestrich wieder in Probstheida!
Drei Jahre (1999/2002) hat Libero Heiko Brestrich (39) die Knochen für den VfB Leipzig hingehalten. Jetzt kehrt er nach Probstheida zurück - wenn auch "nur" als Trainer der B2-Jugend. Als Spieler wechselt er von Markkleeberg zu Bezirksliga-Aufsteiger Lipsia Eutritzsch.
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