Leipziger Volkszeitung
03.09.2004 Fusion: HSV-Spieler lenken ein!
Auch in Hausdorf wird nix so heiß verschlungen, wie es zubereitet wird. Einen Tag nachdem die von den Fusionsplänen mit Lok Leipzig überrumpelten Landesliga-Fußballer des Hausdorfer SV mit Boykott liebäugelten, gab`s den Rückzieher. Die Männer um Kapitän Ingmar Nehring lenkten nach einem Gespräch mit dem Präsidium und dem neuen Trainer Rainer Lisiewicz ein. Die Ablösung von Coach Jochen Kunath sei zwar "nicht die feine Art gewesen", so Nehring, man könne aber die hieraus resultierenden Fusionsbemühungen des Klubs "nachvollziehen". Der Kapitän: "Wir ziehen weiter voll mit, laufen beim VfB Chemnitz auf - und wollen gewinnen." Um 20.30 Uhr übte Lisiewicz erstmals mit seinen neuen Mannen. "Alle waren voll bei der Sache", zog er nach einem knackigen Stündchen zufrieden von dannen. "Liese" legt großen Wert auf die Feststellung, dass er sich "keineswegs nach dem Amt gedrängt hat", sondern der Hausdorfer Bedingung entsprach. Seit Dienstag ist bekannt, dass der klamme Landesligist eine Fusionsvereinbarung mit dem Elftligisten aus Probstheida getroffen hat, dafür 50.000 Euro kassiert. Die Mitglieder der Klubs müssen der Verschmelzung zustimmen - dürfte angesichts der beiderseitigen Zwänge Formsache sein. Falls der 1.FC Lok irgendwann an einstige Glanzzeiten anknüpfen kann, werden sie sich in Hausdorf beglückt auf die Schultern klopfen: "Wir waren dabei, haben Geschichte geschrieben."


Guido Schäfer
Thüringer Allgemeine
02.09.2004 Lok Leipzig will fusionieren!
Der wiedergegründete Fußball-Traditionsclub 1.FC Lok Leipzig will durch eine Fusion den Weg zurück in die Höherklassigkeit verkürzen und hat dazu einen Partnerverein gefunden. Der ehemalige Europacup-Finalist ist sich mit dem Hausdorfer SV, einem Landesliga-Aufsteiger aus dem Muldentalkreis, über eine Zusammenlegung der Fußball-Abteilungen einig. So soll Lok in der kommenden Saison mindestens um sechs Spielklasse in die Landesliga springen. Nach der Liquidation des insolventen VfB Leipzig hatte der wieder gegründete 1.FC Lok als legitimer Nachfolger in der 11. Liga, der 3. Leipziger Kreisklasse, den Spielbetrieb aufgenommen. Zum ersten Stadtpokal-Spiel gegen Böhlitz-Ehrenberg (8:0) kamen 3.000 Fans. So soll die "freundliche Übernahme" funktionieren: Hausdorfs Fußball-Abteilung gliedert sich aus dem jetzigen Verein aus, nimmt die Spielrechte mit und gründet sich neu. Nach Ende des Spieljahres könnten der SV und Lok fusionieren. Falls Hausdorf sogar den Aufstieg in die Oberliga schafft, wären schon nächste Saison Duelle mit dem Lokalrivalen FC Sachsen drin.
Bild Zeitung
02.09.2004 Steigt Lisiewicz jetzt gleich zwei Mal auf?
Diese Nachricht schlug sogar in Fußball-Deutschland ein: Der 1.FC Lokomotive (3. Kreisklasse) fusioniert mit dem Landesligisten Hausdorfer SV. Das war auch dem DSF-Internetportal "Sport1" eine Meldung wert. Lok dampft damit nächsten Sommer gleich sechs Klassen höher. Und das ist noch ungünstig gerechnet. Denn sogleich wurden bei den Muldentalern Nägel mit Köpfen gemacht. Trainer Jochen Kunath gefeuert und - Lok-Coach Rainer Lisiewicz dafür eingesetzt. Der hat somit eine Doppelfunktion (und bessere Kontrolle). Könnte, wenn alles perfekt läuft, nunmehr gleich zwei Mal aufsteigen... Denn der Durchmarsch der Lokomotive durch Liga elf (Sonntag Start gegen SV 1910 II) ist nur Formsache. Lisiewicz: "Die Jungs schießen auch dann ihre 15 Tore, wenn ich mal nicht dabei sein kann." Und Hausdorf (Samstag beim VfB Chemnitz) hält zurzeit in der Spitzengruppe von Liga fünf überraschend gut mit. Übrigens mit den Ex-Leipzigern Markus Richter und Thomas Spiotta. Gegenleistung der Leipziger? Rund 50.000 Euro müssen diese Saison noch nach Hausdorf fließen. Zahlbar in zwei Raten. Denn nur so steht der Klub die Saison überhaupt noch durch. Der Grund für die Fusionsgedanken. Lok kann`s recht sein.


André Schmidt
Leipziger Volkszeitung
02.09.2004 Geld fehlt für Zukunft in der Landesliga - Partnersuche!
"Früher", sagt Gerhard Schubert und blickt in die tief stehende Abendsonne überm sattgrünen Rasen, "früher" sei er oft nach Leipzig zu den großen Spielen des 1.FC Lok gefahren. Auf dem Sportplatz des Hausdorfer SV spielt gerade die A-Jugend des Vereins gegen den Döbelner SC - mit Schuberts Enkel. Fusion mit Lok? "Ich weiß nicht, ob das was wird." Wenn ja, zieht in Hausdorf wieder die Fußballprovinz ein. Dabei ist es so aufregend, so schön, so erfrischend anders in der Landesliga, erfolgreich außerdem. Drei Siege zum Auftakt für die Aufstiegshelden, dazu der Pokalerfolg gegen Dynamo Dresden II - das beschauliche Hausdorf wuchs sportlich über sich hinaus. Die Einnahmen hinkten hinterher. "Diese Saison hätten wir hinbekommen", erklärt Vizepräsident und Bürgermeister Matthias Schmiedel. "Im zweite Jahr wäre es sehr schwer geworden." Die Hausdorfer sind auf den händeringend nach einem Fusionspartner spähenden 1.FC Lok zugegangen, wurden mit offenen Armen empfangen. Am 24. September soll die Mitgliederversammlung des HSV den Austritt der Fußball-Abteilung aus dem Gesamtverein beschließen. Ein neuer soll unter dem Namen Hausdorfer Fußball-Vereinigung gegründet werden. "Der Name HSV bleibt damit erhalten", erklärt Schmiedel. "Wir geben unsere Identität nicht auf, nur die Spielklasse, die wir sowieso nicht halten können." Das wirtschaftliche Umfeld gebe nicht genug her, viele Gespräche mit den wenigen potenziellen Sponsoren seien geführt worden. Vergebene Liebesmüh. Der neue HSV fusioniert zu einem noch nicht feststehenden Termin mit dem 1.FC Lok und spielt in der nächsten Spielzeit in Probstheida. Die zweite Lok-Mannschaft soll in Hausdorf die Punktspiele austragen, wenn es der Verband zulässt. Und liebend gerne in der Bezirksklasse. Man hofft, dass das zweite HSV-Team den Aufstieg aus der Muldentalliga schafft. Gestern Abend klärte Lok-Vereinschef Steffen Kubald in Hausdorf letzte Details, führte den neuen Trainer - Rainer Lisiewicz - ein. Aufstieg in die Oberliga? "Kein Thema", sagt "Liese", der Lok-Coach bleibt, hier wie dort als Trainer und Pädagoge gefragt ist. Kubald erwartet gespannt die Auslosung im Landespokal. "Sollte es für Hausdorf einen großen Gegner geben, können sie bei uns spielen." Falls gar der FC Sachsen zugelost wird, ist das Zentralstadion kühne Option. Sprach es und setzte sich wieder an den Verhandlungstisch der Hausdorfer Vereinsgaststätte "Zum Abpfiff". Abpfiff, Gerhard Schuberts Enkel kassierten eine 0:2-Niederlage.


Winfried Wächter
Leipziger Volkszeitung
02.09.2004 Doppelagent Lisiewicz coacht Lok und den HSV!
Man fusioniert, hält hinterher Händchen, und alle sind happy! So könnte es beim Akt der Verschmelzung laufen, läuft es aber nie, nie, nie. Das jüngste Beispiel hierfür liefert die spektakuläre Eheanbahnung zwischen dem Hausdorfer SV und Lok Leipzig. Auf den ersten Blick eine vernünftige Geschichte: Die einen brauchen Geld, die anderen eine höhere Spielklasse, ergo finden Not und Elend zueinander. Der zweite lässt tiefer blicken, erste Fusionsopfer erkennen. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, Teil 1: Von den aktuell in Liga elf aktiven Lok-Kickern werden maximal zwei, drei den Sprung in die Nach-Fusionszeit (nach Stand wird das die Landesliga sein) packen. Ist Undank auch bei der zum Kult stilisierten Loksche der Welten Lohn? "Nein", behauptet Coach Rainer Lisiewicz. "Ich hab« mit den Jungs gesprochen - da gibt es keine Probleme." Der Mann muss in diesen Tagen viel sprechen. Auch mit den Fußballern aus Hausdorf. Die erfuhren aus der Zeitung, dass ihr Klub sich und seine Spielrechte quasi vertickt, von 50 000 Euro ist die Rede. HSV-Schatzmeister Tino Stenzel sah sich nicht genötigt, das Personal einzuweihen. Im Übrigen sei die Fusion aus finanziellen die einzig gangbare Variante. "Die Alternative hieße Abstieg. Mindestens bis in die Bezirksklasse." Der Mohr, Teil 2: Wo man beim schnöde Mammon war, wurde auch gleich Trainer Jochen Kunath eingespart, vor die Tür der Vereinskneipe "Zum Anpfiff" gesetzt ("Zum Abpfiff" würde seit jener denkwürdigen Nacht von Montag auf Dienstag besser passen ...). Kunath ist mit dem Hausdorfer SV aufgestiegen, Kunath hat aus drei Landesligapartien neun Punkte geholt, Kunath ist angewidert. "Dass man die Fusionsgespräche hinter meinem Rücken geführt hat, ist ein Unding. Ein Jochen Kunath muss in den neuen Klub eingebunden werden. Aber vielleicht bin ich denen ja zu schlau." Schatzmeister Stenzel tut das alles "sehr leid", Kunath sei "ein Erfolgstrainer", habe "einen guten Job gemacht". Wer erfolgreich und gut ist, wird im Muldekreis geteert und gefedert, der 59-jährige Übungsleiter soll geräuschlos, ohne Abfindung entsorgt werden. Kunath geht es "nicht ums Geld, sondern ums Prinzip". Zur Wahrung desselben wird ein Anwalt sorgen. Fast wäre es im Eifer des wilden Fusions-Gefechts in Vergessenheit geraten: Ein Nachfolger ist bereits gefunden - Herr Lisiewicz wird von Sonnabend an als Doppelagent fungieren, den FC Lok und den HSV coachen! Auch hier sieht der Inhaber mehrerer Sonnenstudios keine Probleme. "Die wenigen Überschneidungen sind zu lösen." Die Leiden der jungen Hausdorfer: Apropos lösen: Die Fußballer des Hausdorfer SV leiden unter Auflösungserscheinungen. Ausgelöst durch akuten Trennungsschmerz. "Die Mannschaft steht hinter Jochen Kunath", teilte Kapitän Ingmar Nehring gestern Abend mit. "Wir wurden durch die Ablösung unseres Trainers vor den Kopf gestoßen, warten sehr gespannt, was uns der Vorstand diesbezüglich mitteilen wird." Nach unseren Informationen spielen die Mannen um Nehring, mit dem Gedanken, den Sonnabend-Auftritt beim VfB Chemnitz sausen zu lassen.


Guido Schäfer und Frank Müller
Sächsische Zeitung
01.09.2004 Mit Euphorie in der elften Liga!
Der 1. FC Lokomotive Leipzig ist zurück auf der Fußball-Landkarte. Und schon mit ihrem ersten Pflichtspiel sorgt die „Loksche“ deutschlandweit für Schlagzeilen. Die Partie in der ersten Runde des Stadtpokals gegen Böhlitz-Ehrenberg erlebten am vergangenen Freitag sage und schreibe 3 200 Zuschauer im Bruno-Plache-Stadion – trotz Schmuddelwetter und Dauerregen. Inoffiziell sollen es sogar fast 5 000 gewesen sein. „Davon haben wir nicht zu träumen gewagt. Kurz vor dem Spiel waren alle Eintrittskarten vergriffen. Doch es standen noch so viele Fans an den Kassen, dass der Anpfiff um 15 Minuten verschoben werden musste“, sagt Steffen Kubald, der 1. Vorsitzende. Auch Trainer Rainer Lisiewicz, der in den erfolgreichen 70er Jahren als Spielmacher selbst das gelb-blaue Trikot trug, ist hin- und hergerissen: „Das war Gänsehaut-Atmosphäre, unbeschreiblich, einfach fantastisch. So etwas habe ich seit den Europapokal-Zeiten nicht mehr erlebt. Da findest Du keine Worte.“ 8:0 fegten seine Schützlinge die drei Klassen höher spielenden Böhlitz-Ehrenberger aus dem Stadion. Jedes Tor feierten die Fans, unter ihnen auch Lok-Legenden wie „Männe“ Geisler, mit stehenden Ovationen. Schon beim Einmarsch der Teams verwandelten sie die Arena mit bengalischen Feuern in ein Tollhaus. An eine solche Stimmung konnten sich selbst die treuesten der Treuen nicht erinnern. Bei der Saisoneröffnung am Sonntag will der 1. FC Lokomotive erneut für Furore sorgen. Zum Heimspiel gegen den SV Leipzig 1910 II sollen mehr Zuschauer ins Plache-Stadion pilgern als zum zeitgleich stattfindenden Oberliga-Derby zwischen dem Stadtrivalen FC Sachsen und dem FC Eilenburg. Seit der Neugründung vor acht Wochen schwappt eine riesige Euphoriewelle über den 1. FC Lok, der in Leipzigs dritter Kreisklasse antreten muss. Nachdem der erst krisengeschüttelte und dann endgültig insolvente VfB Leipzig aus dem Vereinsregister gestrichen wurde, will Kubald nun mit der neuen „Loksche“ der mehr als 100-jährigen Vereinsgeschichte ein weiteres Kapitel hinzufügen. Als Nahziel hat der Vorsitzende den Sprung in die zweite Kreisklasse ausgegeben. Das sollte gegen Feierabendfußballer wie die Paunsdorf Devils oder Automation Leipzig kein Problem sein. Um den inzwischen 40-jährigen Uwe Trommer hat Rainer Lisiewicz eine junge Mannschaft formiert. Zehn weitere Aufstiege müssten aber folgen, um wieder in der Bundesliga zu spielen. Für Kubald sind das derzeit nur Träumereien: „Irgendwann wollen wir in die Oberliga.“ Rainer Lisiewicz möchte so schnell wie möglich an erfolgreichere Lok-Zeiten anknüpfen. Deshalb streben die Verantwortlichen eine Fusion mit einem höherklassigen Verein an, der bereit ist, seine Identität aufzugeben. „Je eher das passiert, desto besser. Wir müssen alles daran setzen, die Begeisterung wachzuhalten. Lok gehört schon aufgrund seiner Tradition nicht in die dritte Kreisklasse“, sagt der Trainer. Stichtag für den Europapokalfinalisten von 1987 ist der 31. Mai nächsten Jahres. Bis dahin muss eine Fusion beim Verband angemeldet sein. Der Verein hat also noch Zeit – und momentan sowieso andere Probleme. Der Etat von 400 000 Euro ist noch nicht ganz gedeckt. Doch seit der furiosen Wiederauferstehung im Stadtpokal klingeln in der Geschäftsstelle die Telefone heiß. Viele kleine Sponsoren wollen beim Neuaufbau helfen. So ganz haben die Probstheidaer mit ihrem Vorgänger aber nicht gebrochen: Die topaktuelle Homepage des Elftligisten ist zu finden unter:
www.vfb-leipzig.de


Tino Meyer
Leipziger Rundschau
01.09.2004 Sommerfest des 1.FC Lokomotive Leipzig!
Über 3300 Zuschauer waren am vergangenen Freitag Zeuge des 8:0 Sieges der Lisiewicz-Elf im Stadtpokal. Doch gleich am 5.September geht’s von 10 bis 18 Uhr weiter beim 1.FC Lokomotive Leipzig. Zur offiziellen Saisoneröffnung findet ein Kinder- und Familienfest statt. Neben Kinderschminken, einer Hüpfburg, einer Bastel- und Malstraße, Kosmetikberatung für die Damen oder Torwandschießen, wird auch eine Tombola ohne Nieten organisiert. „Die insgesamt 2.000 Preise bewegen sich in den Kategorien 0-100 €. Drei Lose kosten 2 €. Also kann man nur gewinnen.“, äußert sich Organisator und Aufsichtsratsvorsitzender Marco Dorn überzeugt vom Konzept der Veranstaltung. Ebenfalls an diesem Tag startet das höchstklassigste Team in die Saison. Das Frauenteam des 1.FC Lok startet in die 2. Bundesliga (11 Uhr) und die Herren bestreiten ihr erstes Punktspiel in der 3. Kreisklasse gegen den SV Leipzig 1910 II (15 Uhr). Freunde des Bahnengolfsports können bei Vorlage ihrer Eintrittskarte für die Hälfte des Normalpreises den Schläger auf der 18-Lochbahn schwingen. Es werden bis zu 5000 Zuschauer auf dem Gelände des Bruno-Plache-Stadions (Probstheida) erwartet und deshalb wird empfohlen die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.
Bild Zeitung
01.09.2004 Geheimplan: 1.FC Lok schon nächste Saison in Liga 5?
Vielleicht dampft der 1.FC Lokomotive ja wieder schneller nach oben, als manchem Fan lieb sein dürfte... 5000 Fans verfolgten zuletzt den Neubeginn des Nachfolgers von Pleite-Klub VfB in Liga elf. Grenzenlose Euphorie! Aber wohl kaum durchzuhalten, wenn man weiterhin den Kleckerweg durch die einzelnen Ligen gehen müsste. Deshalb soll jetzt richtig geklotzt werden. BILD erfuhr: Es laufen bereits Geheimverhandlungen mit einem Klub aus der Landesliga. Lok-Vorstand Steffen Kubald bestätigt: "Es gibt Gespräche. Wir sind sehr daran interessiert." Mehr verrät er nicht. Durchgesickert jedoch, dass es sich um den Hausdorfer SV handelt. Die sind erst in diesem Jahr in Liga fünf aufgestiegen. Und haben offenbar mächtig dran zu knabbern, die entsprechende Kohle auf Dauer zu stemmen. deshalb soll eine Fusion mit dem 1.FC Lok angestrebt werden. Die Mitgliederversammlung muss dabei allerdings noch ihre Zustimmung geben. Im Erfolgsfall würde die "Loksche" damit gleich sechs Klassen nach oben fahren. Vielleicht sogar sieben. Denn die Hausdorfer sind gut aus den Startlöchern gekommen, liegen nach drei Spielen mit neun Punkten auf Platz zwei. Schaffen die womöglich sogar den Aufstieg in die Oberliga - dann... Aber daran denken wir lieber noch nicht. Gestern: Holzhausen - Lok 3:5.


André Schmidt
Leipziger Volkszeitung
01.09.2004 Lok Leipzig rast auf FC Sachsen zu - Kampf um Nummer 1 entflammt neu!
Mit der übervorsichtigen, hinter jedem Busch Feinde witternden Führungscrew des FC Lok Leipzig ist pressetechnisch nicht gut Kirschen essen. Kooperations-Verhandlungen mit Erzgebirge Aue? Streng geheim. Fusionsanbahnungsgespräche mit klassenhöheren Klubs? Dito. Als Lok-Coach Rainer Lisiewicz öffentliches Bedauern über das Aus des potentiellen Fusionspartners Mockrehnaer SV (pleite) herausrutschte, wurde er von Lok-Führer Steffen Kubald an die Verschwiegenheitspflichten erinnert. Gestern endete das Versteckspiel um große Sprünge mit vergleichsweise leerem Beutel, der im stillen Kämmerlein beschlossene Deal könnte erdrutschartige Folgen haben: Landesligist Hausdorfer SV und LOK Leipzig fusionieren zur nächsten Saison! Wenn alles perfekt läuft, Hausdorf den Aufstieg packt, springt die Loksche vor Glück aus den Gleisen - und gleich sieben Spielklassen nach oben. Und wäre in der Saison 2005/2006 wieder glücklich vereint mit dem FC Sachsen Leipzig in einer Spielklasse. Die bürokratischen Hürden sind fast alle aus dem Weg geräumt, die Fußballverbandsoberen haben die entsprechenden Weichen gestellt. Heute Abend treffen sich die Präsidialen der Heiratswilligen in Hausdorf, klären Details. In Leutzsch und im Rathaus wird die Neuigkeit Unwohlsein auslösen. Die Sachsen - eifrig dabei, Kredit bei Fans und Sponsoren zu verspielen - können erneute Diskussionen um die Nummer eins in der Stadt ähnlich gut brauchen, wie Hämorriden. Bürgermeister Holger Tschense, der alle Hebel in Bewegung setzt, um die Sachsen wirtschaftlich nach vorne zu bringen, steht gleichsam nackt im Zugwind des FC Lok da. Kubald & Co. werden demnächst auf der Matte des Rathauses stehen, Gerechtigkeit fordern. Man könnte auch Euro dazu sagen ... Meine Meinung von Guido Schäfer - "Tschenses Problem": Auferstanden aus Ruinen ... Dieses allseits bekannte Strophe passt perfekt zu Lok Leipzig. Seit gestern Abend, der durchgesickerten Fusion mit dem Hausdorfer SV, ist die Daseinsberechtigung des Kultklubs auch von Ignoranten nicht mehr wegzudiskutieren. Die Publikumserfolge - beim schnöden Stadtpokalkick gegen Böhlitz-Ehrenberg waren inoffizielle 5000 Fans zugegen - hätten sich in der elften, zehnten oder neunten Spielklasse irgendwann verflüchtigt. Jetzt, da die Landesliga, vielleicht gar die Oberliga ins Haus steht, nimmt die Lok mächtig Fahrt auf. Und sie nimmt direkten Kurs auf den FC Sachsen und das Rathaus. Hier wie dort war man heilfroh, dass nach dem VfB-Aus de facto nur noch ein Klub existierte, keine Reibungsverluste mehr da waren, sich die Hege und Pflege auf den FC Sachsen beschränkte. Demnächst werden die Karten neu gemischt. Sportbürgermeister Holger Tschense hat wieder zwei Vereine am Rockzipfel. Die seit jeher in zwei Lager geteilten Leipziger Fußballfans könnten sich schneller als erwartet wieder auf Augenhöhe begegnen. Unglaublich, aber wahr ...


Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
01.09.2004 Fusion - 1.FC Lok rast über Hausdorf in die Landesliga!
Die Revolution im Leipziger Fußball findet in Hausdorf statt. Der Landesligist aus dem Muldentalkreis ist fest entschlossen, eine Fusion mit dem 1. FC Lok Leipzig einzugehen. Das Ziel: Lok macht einen Sprung um mindestens sechs Spielklassen und schließt in der nächsten Saison wieder zu Oberligist FC Sachsen Leipzig auf. Die Pläne sind bereits sehr weit gediehen. Nach LVZ-Information setzte der Vorstand des Hausdorfer SV gestern Abend die Trainer und Mannschaftsleiter sowie andere Führungspersönlichkeiten des Vereins in Kenntnis. Heute Abend gibt es ein konstituierendes Treffen der Präsidien des HSV und des 1. FC Lok. Die Weichen wurden schon seit Mai unter Ausschluss der Öffentlichkeit gestellt. Und so soll es laufen: Die Fußballabteilung des Hausdorfer SV tritt aus dem Klub unter Mitnahme der Spielrechte aus. Das muss eine Mitgliederversammlung beschließen. Doch da der HSV-Vorstand geschlossen dafür ist, wird nicht mit Widerstand gerechnet. Anschließend gründen die bisherigen HSV-Fußballer noch in dieser Spielzeit einen neuen Verein, den Hausdorfer Fußballspielverein. Der fusioniert zur neuen Saison mit Lok, und unter dem Namen 1. FC Lok spielt die erste Mannschaft dann in Leipzig, während die Zweitvertretung in Hausdorf kickt. Mit dem Deutschen, dem Sächsischen und dem Muldentaler Fußballverband sei die rechtliche Seite geklärt, erfuhr die LVZ aus Hausdorfer Vorstandskreisen. Zum echten Kracher wird dieser Deal dann, wenn sich die bisherigen Saisonleistungen fortsetzen sollten. Während die Sachsen in der Oberliga noch nicht richtig in Tritt gekommen sind, verbuchte der HSV in der Landesliga in drei Spielen drei Siege und hegt berechtigte Aufstiegsambitionen zur Oberliga. Lok dampft über Hausdorf an den Sachsen vorbei? Im Leipziger Fußball ist man vor Überraschungen nie sicher. Der aus dem Pleite-Klub VfB Leipzig hervorgegangene FC Lok ist auf dem besten Weg zum Kultklub zu werden. Beim 8:0-Stadtpokal-Sieg gegen Böhlitz-Ehrenberg waren über 3000 Fans dabei!


Heinrich Lillie
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