Leipziger Volkszeitung
10.07.2004 Lok bittet um Hilfe bei Arbeitseinsätzen!
Seit 1. Juli ist der 1.FC Lokomotive nun ordentlicher Mieter des Sportgeländes Bruno-Plache-Stadion. Ab morgen findet dort jeden Sonnabend von 9 bis 15 Uhr ein ehrenamtlicher Arbeitseinsatz statt. Die Mitglieder des Vereins bitten auch Leute, die sich nicht für Fußball interessieren, vorbeizukommen und bei der Pflege des Areals zu helfen, teilte Jens Götte mit. Zum Dank sorgt die Faninitiative Probstheida zum Schluss des Subbotniks für einen kleinen Imbiss. Auch kostenlos überlassene Gerätschaften oder Geldspenden für Material und Rasenmäher-Benzin wären toll. Mehr Infos unter Tel. 0177 - 7487887.
Bild Zeitung
08.07.2004 Lok in Liga elf ist jetzt schon Kult - Auch Embingou spielt mit!
Dieser 1.FC Lok ist jetzt schon Kult. Der Klub hat bereits 550 Mitglieder, zudem 24 Sponsoren und 32 private Förderer. Da macht es nichts, dass die Herrenmannschaft ihren Neubeginn in Liga elf starten muss. Denn immerhin kann man elf Nachwuchsteams aufbieten. Und mit den Frauen sogar einen Zweitligisten. Das ist auch der Grund, dass sich der Etat auf 456.606 Euro erhöhen wird. Wie rechnet sich das? 144.100 Euro sollen durch Werbung (steht im Moment bei 62.630 Euro) erzielt werden. Ein Sponsor ist Mathias Wendland (44/Teppert-Aufzüge Münster): "Die Tradition muss weiter leben. Deshalb werben wir mit einer Bande im Plache-Stadion." 110.000 Euro kommen durch die Kooperation mit Erzgebirge Aue (der Vertrag soll bis 16. Juli unterschrieben sein) hinzu. Zudem die öffentlichen Zuschüsse (mindestens 113.000 Euro). Und: Gestern verpflichtete der Klub Ex-Leipziger Rock Embingou (35) - zum Nulltarif.


Ronny John
Leipziger Volkszeitung
08.07.2004 Umbruch oder Abstieg - das Feindbild lebt!
Für die Eingefleischten ist alles wie immer. Unerschrocken wie in besseren Tagen sitzen sie in der Leutzscher Sachsenstube, fachsimpeln beim Bier über ihren FC. Genauso, wie im Volkmarsdorfer Treibhaus der VfB weiterlebt - verbunden mit dem neu gegründeten Hoffnungsträger 1. FC Lok. "Wir halten die Treue, keine Frage", ist Jens Daniel überzeugt. Der Grün-Weiße aus Gohlis verpasst kein Heimspiel seiner Leutzscher Elf. "Die Zeiten, in denen wir in Leipzig der arme, unterdrückte Fußballclub waren, die sind endgültig vorbei", bemerkt er kämpferisch. Eine andere Sorge aber hat ihren Stuhl an den Fantisch gerückt: "Wenn wir in der nächsten Saison nicht aufsteigen, könnte uns das Gleiche passieren wie dem VfB - und dann ist uns Lok wieder ein Stück voraus." Die alten Feindbilder bestehen weiter. Die Phase des Umbruchs im Leipziger Fußball, die im Moment so manches in Frage stellt, rüttelt daran nicht. Beim 1. FC Lok, VfB-Nachfolger und ehrgeiziger Neustarter in der 11. Liga, taugt nach wie vor der FC Sachsen zum Diskussionsthema: "Die Unterstützung, die die Chemiker jetzt von Stadt und Sponsoren kriegen, die hätten wir uns auch gewünscht, als es drauf ankam", grantelt Udo Kiesewetter, überzeugter Probstheidaer aus Holzhausen. "Ich habe durchaus gute Kontakte zu Chemikern, aber auf dem Platz liegt die Freundschaft auf Eis." Gern denke er zurück an die Hochzeiten der Blau-Weißen, die der 44-Jährige mit Vorliebe auch auswärts verfolgte. Nun will der Ex-Lokführer beim FC Lokomotive ein Mann der ersten Stunde sein. "Nach 35 Fanjahren hängt das Herz dran. Wir haben eine reale Chance: Die Frauen in der 2. Bundesliga sind unser Aushängeschild, und wenn wir mit einem anderen Verein zusammengehen, könnten wir die lange Aufstiegsphase verkürzen." Ein Kultverein soll der 1. FC Lok werden, geht es nach Anhänger Steffen Hecker, der eine Internetseite für die Treuesten aufrechterhält. "Jetzt wird alles anders. Die VfB-Zeit mit leeren Versprechungen, Abstiegen und von oben aufgesetzten Bedingungen ist vorbei - jetzt haben die Fans mehr Mitspracherecht." Mehr noch: Drei Leute aus dem Fanlager sind es nun auch, die künftig neben Bezirks- und Stadtliga-Kicker auf dem Rasen stehen. Sie konnten sich im vorige Woche zu Ende gegangenen Probetraining unter rund 90 Bewerbern durchsetzen. "Michael Dänsch wird Torhüter, Stefan Lemke Mittelfeld- und André Baranowski Abwehrspieler. Die Drei sind in Fankreisen gut bekannt", so Lok-Trainer Rainer Lisiewicz. Eine völlig umgekrempelte Situation. Doch nicht nur für den 26-jährigen Steffen Hecker steht fest: "Lieber Lok in Liga 11 als Chemie in Liga 4. Ich würde niemals überwechseln." Das Feindbild ist unverändert. "Freilich gibt es einige Ex-VfB-Leute, die des Fußballs wegen nun zu unseren Spielen kommen", sagt FCS-Fanbeauftragter Wolfgang Rederer. Aber "der große Run" sei das nicht. Dabei haben die Vereine gerade in diesen Tagen viele Ähnlichkeiten. Etliche Fans kündigen ihnen die Freundschaft. "Der harte Kern macht bei uns wie drüben nur einige hundert Leute aus", meint Jens Kubon (39) alias "Kuboni", der sich beim FC Sachsen dazuzählt. "Der große Rest sind reine Konsumenten." Weil es bei den Leutzschern an Trainern mangelte, sprang Kubon nach 24 Fanjahren ein, betreut zurzeit den weiblichen Nachwuchs. "Ich sehe für mich als Fan die Aufgabe, den Verein bedingungslos zu unterstützen. In allen Phasen", betont er. "Doch viele gehen halt lieber dorthin, wo Action ist." Vorbei die "wilden 80er", als Chemiker vor den Spielen noch zuhauf in Leutzscher Lokalen fachsimpelten. "Am Zentralstadion ist noch alles ungewohnt. Da treffen sich allenfalls Grüppchen auf dem Parkplatz oder an der Tankstelle Marschnerstraße." Auch Konrad Frenzel aus der Südvorstadt gehört zu den Konsumenten. Zwar hat er Schal und Mütze in grün-weiß immer griffbereit, doch sein Herz nicht einschlägig eingefärbt. "Ich will ordentlichen Fußball sehen. Das ist mir lieber als die Rivalitäten zwischen FC Sachsen und Lok Leipzig." Solche Feindbilder hält der 42-Jährige für überholt. "Die beiden Vereine sollten Kapazitäten zusammenlegen, statt alte Gräben zu erneuern." Auch Ingmar Penzhorn, Unihockey-Nationalspieler und einst großer Fan des VfB, spricht von "schönem Fußball", der im Moment nicht zu haben sei. "Beim VfB konnte ich vor Jahren mal mitfiebern. Doch mit Chemie kann ich mich nicht identifizieren, und für Lok in Liga 11 gebe ich kein Geld aus." Immerhin plant Lok, einen Eintritt von fünf Euro zu nehmen, was Vereinschef Steffen Kubald bislang weder dementierte noch bestätigte. Anlass sind erwartete hohe Zuschauerzahlen und die damit verbundenen Sicherheitsvorkehrungen. "Das passiert zum ersten Mal in der Geschichte des Leipziger Fußballverbandes", sagt dessen Präsident Willi Wassel. "Zwar hat jeder Verein das Recht zum Kassieren, aber bislang wurde das nur ab Stadtliga-Ebene praktiziert - und auch dort nur zum Teil." Nun werden auch Gastgeber, die den 1. FC Lok auf ihren Plätzen empfangen, Eintritt erheben.


Kay Würker
Bild Zeitung
06.07.2004 Für 500 Euro ist man dabei!
Der neue 1.FC Lokomotive in Liga elf. Ein Neuanfang, hinter dem bereits über 50 Förderer und Sponsoren stehen. Noch mehr sollen es werden. Deshalb lädt der Klub heute (19 Uhr/VIP-Raum des Club-Casinos) zu einer weiteren Info-Veranstaltung ein. Mitglied im Förderclub kann man übrigens bereits mit einem Beitrag von 500 Euro pro Saison werden. Insgesamt plant Lok den Etat mit 300.000 Euro. Trainingsstart ist der 13. Juli, das erste Pflichtspiel (Pokal) am 29. August gegen Böhlitz-Ehrenberg geplant.
Leipziger Volkszeitung
30.06.2004 Lok-Spiele erhalten Sonderstatus!
Das Unternehmen 1. FC Lok in Liga 11 läuft. Nach dem letzten Probetraining gestern Abend wird Trainer Rainer Lisiewicz in den nächsten Tagen sein Aufgebot für den Neustart nach der Insolvenz des VfB Leipzig benennen. "Mit 20 Spielern werden wir in die Saison gehen", sagt Vereinschef Steffen Kubald, der in dieser Woche vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) die Bestätigung erhielt, dass alles klar ist für die Lok-Frauen in der 2. Bundesliga. Der Etat würde stehen. Auch für die A- und B-Jugend in der Regionalliga gab der NOFV seine Zustimmung. Allerdings müsse für diese Teams noch etwas Geld beschafft werden. Fürs 1. Männerteam indes nicht, denn dort erhält niemand etwas. Dafür setzt der Verein trotz niedrigster Spielklasse auf Einnahmen im Plache-Stadion. "Wir kalkulieren mit einem Schnitt von 400", sagt Kubald. Wie viel die Fans zu zahlen haben, stehe noch nicht fest. Er rechnet für die Auswärtsspiele mit der gleichen Zahl. Das wiederum wird Kontrahenten wie Seehausen, Althen II oder SV Leipzig 1910 II freuen. Denn die haben auch das Recht zu kassieren. Willi Wassel, Präsident des Fußballverbandes der Stadt Leipzig, sieht der außergewöhnlichen Situation gelassen entgegen. "Wir behandeln Lok so wie auch andere neue Vereine. Allerdings sind wir darauf eingestellt, dass mit dem Auftreten dieses Klubs mit so vielen Fans einiges anders ablaufen wird." So sollen die Vereine beraten werden, wie sie den für sie ungewohnten Andrang ordnungsgemäß bewältigen können. Es gab auch Beratungen zu Sicherheitsfragen mit der Polizei und Lok-Chef Kubald. So müssen die Probstheidaer zu den Auswärtsspielen den Ordnungsdienst mitbringen. Zudem sei angedacht, Schiedsrichterkollektive für die Lok-Spiele zu stellen. Linienrichter sind sonst in Liga 11 nicht üblich. "Und wir werden Referees schicken, bei denen wir denken, dass sie wenig Fehler machen", so Wassel. Den Lok-Fans sollte das Riesaer Beispiel Mut machen. Der 2003 gegründete TSV Stahl nahm die Aufstiegshürde in Liga 11 souverän mit 21 Siegen aus 21 Spielen bei 200:6 Toren. Im Kreispokalfinale sahen 1100 Fans den 4:2 Sieg gegen Strehla. Es geht also.


Norbert Töpfer
Bild Zeitung
29.06.2004 1.FC Lok Mieter des Plache - Pioch wechselt zum deutschen Meister!
Amtlich: Ab 1. Juli ist VfB-Nachfolger 1.FC Lokomotive (3. Kreisklasse) Mieter des Bruno-Plache-Stadions (für 4.000 Euro/Monat). Präsident Steffen Kubald: "Der Vertrag ist unterschriftsreif." Und: Anja Pioch (1.FC Lokomotive / 2. Liga) wechselt zur neuen Saison zum deutschen Meister Turbine Potsdam.
Bild Zeitung
26.06.2004 1.FC Lok hat wieder einen Kühn!
Sein Name war untrennbar mit dem 1.FC Lokomotive Leipzig verbunden: Dieter Kühn (heute 47), ein Kult-Stürmer der DDR-Oberliga. Einer, der wegen seiner Größe (1,75 m) nur "Zwecke" gerufen wurde. Den 1.FC Lok gibt`s (wenn zunächst auch nur in der 3. Kreisklasse) inzwischen wieder. Und ganz klar: Da gehört auch ein Kühn dazu! André Kühn (23) ist der Sohn von "Zwecke". Der kann dem Papa zwar nicht ganz das Wasser reichen. Schaffte es aber immerhin schon mal bis in die Landesliga (Markranstädt). Kühn senior: "Zuletzt ließ er den Ball zwar ruhen, weil die berufliche Perspektive wichtiger war. Aber für die elfte Liga reicht es allemal." Deshalb will Trainer Rainer Lisiewicz den kleinen Kühn zum offiziellen Trainingsstart (13. Juli) auf jeden Fall dabei haben: "Unsere Mannschaft hätte dann insgesamt schon Stadtliga-Niveau." Erster Test: Am 21. Juli in Eutritzsch (Bezirksliga). Übrigens: 15 Spieler der VfB-A-Jugend wollen künftig weiter für den 1.FC Lok kicken. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga dann in der Regionalliga.


André Schmidt
Bild Zeitung
24.06.2004 Warum tut sich Ex-Profi Trommer noch mal Liga elf an?
VfB-Nachfolger 1.FC Lok Leipzig ist gerüstet für die 3. Kreisklasse. Und dort bricht der Klub schon jetzt alle Rekorde! 153 Fans beim zweiten Sichtungstraining. Trainer Rainer Lisiewicz traute seinen Augen kaum: "Wahnsinn! Wie bei den Bayern." Unglaublich: 43 (!) Kicker stellten sich vor. Der alte VfB-Trikotsatz reichte gerade mal für die Hälfte. Lisiewicz: "Schwer, da den Überblick zu behalten." Einmalig dürfte auch sein, dass einer in Liga elf aufläuft, der bereits in der ersten Bundesliga (1993/94 26 Spiele für den VfB) die Töppen geschnürt hat: Uwe Trommer, mittlerweile 40 Jahre alt. Warum tut er sich das an? "Um ein Zeichen zu setzen. Viele haben den Fußball in Probstheida doch abgeschrieben", sagt er und lacht: "Nächste Saison wird Kult. Unser Anspruch ist, dass wir alle Spiele gewinnen. Wir haben schließlich einige dabei, die gut mit dem Ball umgehen können." Damit meint er wohl auch die Zugänge André Baranowski (35/Leutzsch) und Ex-VfBer René Heusel (25/LVB). Der 1.FC Lok wurde übrigens in die Staffel Süd eingeteilt.


Ronny John und Adrian Wittwer
Bild Zeitung
22.06.2004 Wenk nach Markkleeberg, Baum zu LVB!
Mittelfeldspieler Marco Wenk (23) wechselt zu Landesligist Kickers Markkleeberg und der ehemalige Trainer der Bundesliga-Junioren des VfB, Frank Baum (48/17 Länderspiele für die DDR) wird neuer Coach von Bezirksklassist LVB Leipzig.


Adrian Wittwer
Leipziger Volkszeitung
21.06.2004 Beim Trödelmarkt bangen Tausende: Was wird aus dem Plache-Stadion?
Die Connewitzer Straße war komplett zugeparkt - der Besucherandrang erinnerte an beste Bundesliga-Zeiten: Tausende Leipziger pilgerten am Sonnabend ins Bruno-Plache-Stadion, wo diesmal aber kein Fußballspiel, sondern ein Nachtflohmarkt stattfand. Die meisten Gäste zeigten sich entsetzt, wie verwahrlost das Gelände wirkt. "Schauen Sie sich die Toiletten an", schimpfte Torsten Domula. "Da sieht`s aus wie auf einem sibirischen Bahnhofsklo." Domula war einer der 70 Trödelhändler, die Samstag ihre Stände im Plache-Stadion aufgebaut hatten. "Trotz des Regenwetters läuft das Geschäft super. An den Sportanlagen müsste man aber was tun." Roland Müller erlebte hier schon als Kind den Zieleinlauf der Friedensfahrt. "Für ein neues Stadion sind 100 Millionen kein Problem", meinte der Rentner, der heute in München lebt. "Nur um ein altes zu erhalten, hat Leipzig kein Geld." Auch Kerstin Bresicke aus Markranstädt wollte trödeln und sich noch mal umsehen. "Es ist traurig, dass überall das Unkraut sprießt und Schlammpfützen auf der Aschenbahn sind." Obwohl Chemie-Fan, habe sie oft schöne Stunden in Probstheida verbracht: "Ich war bei jedem Ortsderby hier, auch bei den Spielen gegen BFC Dynamo oder Bayern München." Die VfB-Fans täten ihr leid. "Wer weiß, was jetzt aus dem Stadion wird?" Kurzfristig ist das geklärt, so Steffen Kubald vom 1. FC Lokomotive. "In wenigen Tagen unterschreiben wir einen Mietvertrag beim Insolvenzverwalter." Per 30. Juni würden 16 Fußballmannschaften vom bankrotten VfB hinüber zu Lokomotive wechseln. Nicht jedoch die A-Jugend, die wahrscheinlich in einem neuen Leistungszentrum aufgehen wird. "Ab August spielen wir mit vier Frauen-, einer Herren- und elf Nachwuchsmannschaften in Probstheida", erläuterte Kubald. "Im Plache-Stadion laufen dann die Partien der 2. Bundesliga Frauen - das ist der gegenwärtig höchstklassigste Fußball in der Stadt." Lokomotive wolle das Sportgelände langfristig nutzen und habe bereits den ersten Subbotanik mit 300 Anhängern durchgeführt. "Leider gilt der Mietvertrag immer nur für ein Jahr. Und wir haben bisher keinerlei Unterstützung durch das Rathaus - eher im Gegenteil." Entscheidend für die Zukunft sei, wie sich die Stadt verhält, meinte Insolvenzverwalter Friedbert Striewe. Wenn die Kommune ihr Heimfallrecht für das 80.000 Quadratmeter große Areal nutzt, habe sie wieder die Verfügungsgewalt. Wenn nicht, laufe der Erbbaurechtsvertrag bis zum Jahr 2045 weiter. Die Banken könnten dann aber Ärger machen, etwa das Erbbaurecht versteigern. Striewe arrangierte den Flohmarkt, "damit wenigstens etwas Geld in die Kasse der VfB-Gläubiger kommt". Er plane weitere Veranstaltungen - sofern die den Fußball nicht behindern. "Ich möchte gern mit den Stadträten über das Stadion sprechen, weil sie von der Verwaltung höchst einseitig informiert werden." Bekanntlich kündigte Sportbürgermeister Holger Tschense (SPD) an, die Stadt werde ihr Heimfallrecht nicht nutzen. Sonst müsse sie die Grundschulden des Geländes - rund 1,3 Millionen Euro - an die Banken ausbezahlen. Tschense verhandelt derzeit mit den Gläubigern. Nach LVZ-Informationen bot er der DKB-Bank an, ein Fünftel der Grundschuld zu bezahlen, was diese ablehnte. Sollte es zu keiner Einigung kommen, drohen Gerichtsverfahren. Die Flutlichtanlage, die am Sonnabend ab 21 Uhr alle Unkrautecken überstrahlte und 500.000 Euro wert ist, ginge dann ins Eigentum der Aareal-Bank über.

Jens Rometsch
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