Bild Zeitung
23.09.2017 3:0-Heimsieg gegen Neugersdorf! - Malone trifft erneut – Hanne humpelt vom Platz
ANDRÉ SCHMIDT

Nach drei vergeblichen Anläufen endlich mal wieder ein Sieg für den 1. FC Lok - vor 2743 Fans gab's 3:0 gegen Neugersdorf.

Christian Hanne kehrte nach seiner Rotsperre wieder in die Abwehr zurück, die Trainer Heiko Scholz diesmal als Dreierkette aufstellte und die fehlerfrei blieb.

Doch schon nach acht Minuten humpelte Hanne wieder vom Platz. Er hatte sich im Zweikampf mit Djumo das linke Knie verdreht.

Watahiki kam. Und dann auch das Tor.

Malone köpfte eine Ecke von Maurer aus sechs Metern zum 1:0 ein (20.). Für den Defensivmann mit der Mittelstürmer-Nummer 11 schon der dritte Treffer in Folge.

Und fast auch das vierte Ding. Doch zwei Minuten später landet sein Kopfball nur am rechten Pfosten.

Nach einem Konter über Malone und Maurer tanzte der auch noch Matula aus und traf frech mit links (64.).

Schinke machte nach toller Vorarbeit vom ganz starken Berger den Sack endgültig zu (74.). Lok-Keeper Kirsten musste nach 82 Minuten den einzigen halbwegs gefährlichen Ball halten.

Und damit stand hinten nach vier Spielen auch mal wieder die Null.
Leipziger Volkszeitung
22.09.2017 Ohne Salewski gegen Neugersdorf
Verletztenmisere bei Lok Leipzig verschärft sich

Leipzig. Bange machen gilt nicht! Auch wenn die Lokomotive auf der letzten Rille schnauft. Mit Maik Salewski hat sich bei Lok Leipzig nun der vierte Mittelfeldspieler ins Lazarett verabschiedet. Insgesamt auf fünf Spieler muss Trainer Heiko Scholz nunmehr verzichten. Und das bereits am 8. Spieltag der Regionalliga.

Der Flügelflitzer brach Mittwochabend das Training ab. In Berlin gegen Altglienicke hat der 28-Jährige einen Schlag auf die Leiste bekommen. Die Verletzung hat sich entzündet. „Es ist sehr schmerzhaft. Ich laufe nicht rund“, beschreibt er. Gestern wurde Salewski von Göran Wild in Leipzig untersucht. Gegen Oberlausitz Neugersdorf heute (19 Uhr, Bruno-Plache-Stadion) wird er nicht den Rasen betreten. „Das ist schlimm, dass der nächste Stammspieler ausfällt. Aber wir werden eine Variante finden“, sagt Trainer Heiko Scholz. Maik Georgi wird wohl den Platz einnehmen. Einen Lichtblick gibt es aber auch: Maximilian Pommer (20) ist wieder ins Training eingestiegen. Nach seiner Rückenblockade soll er sich langsam rantasten. Gegen Neugersorf wird er noch nicht auflaufen. Und dennoch: Der Coach visiert drei Punkte an. „Ein Erfolgserlebnis wäre super“, sagt Scholz.

Zumindest im Training hat er seine Jungs dafür ordentlich schuften lassen. Ein paar Extraschichten im Angriff wurden geschrubbt. Denn die Oberlausitzer sind hinten nicht ganz sattelfest, haben bereits 14 und damit acht Gegentore mehr als Lok kassiert. Dafür läuft es aber bei dem Team von Vragel da Silva vorn. 16 Buden hat Neugersdorf schon gemacht, Josef Marek allein fünf davon.

Einen Etappensieg hat Lok außerdem vor dem Verbandsgericht des Sächsischen Fußballverbandes errungen. Die nach der Randale in Bischofswerda verhängte, dreijährige Bewährungsstrafe, bei der nächsten Entgleisung den Heimblock zu sperren, wurde aufgehoben. Zudem die Geldstrafe von 10 000 Euro auf 8000 reduziert.
ALEXANDER BLEY
Leipziger Volkszeitung
18.09.2017 Last-Minute-Elfmeter rettet Lok
1. FC Lok holt bei Aufsteiger VSG Altglienicke dank eines Malone-Doppelpacks einen Punkt

Berlin. Neuzugang Ryan Malone hat den 1. FC Lok vor der dritten Pleite hintereinander bewahrt. Durch einen Hand-Elfmeter des US-Amerikaners in der 90. Minute kam der Regionalligist bei der VSG Altglienicke zu einem glücklichen 2:2-Unentschieden. Der Mittelfeldspieler hatte in der 64. Minute schon das 1:1 erzielt, insgesamt erhöhte er sein Torkonto auf drei. „Die kämpferische Leistung war in Ordnung, mit dem Spiel bin ich nicht zufrieden“, sagte Lok-Trainer Heiko Scholz nach dem ersten Match in der Geschichte beider Teams. „Die Jungs waren nicht so gut drauf, sie hatten vielleicht noch die Niederlagen im Kopf.“
Nachdem es in Nordhausen und gegen Viktoria Berlin jeweils ein 0:1 setzte, sollte gegen den Aufsteiger wieder Zählbares her. Scholz setzte im defensiven Mittelfeld auf Watahiki statt Wendschuch, Georgi durfte für Maurer den Flügel beackern. Kapitän Markus Krug kam an seinem 29. Geburtstag nur zu einem Kurzeinsatz.

In der ersten Halbzeit sahen 832 Zuschauer, darunter rund 400 Lok-Fans, wenige zwingende Toraktionen. Nach sieben Minuten drosch Malone das Leder aus fast 30 Metern über den Kasten, fünf Minuten später parierte Marcus Rickert einen weiteren Abschluss des 25-Jährigen sicher. Kurz vor der Pause kamen auch die mit einigen Ex-Profis ver­stärkten Gastgeber gefährlich vors Tor.

Die zweite Halbzeit war ein Kontrastprogramm zur ersten. Chancen in Hülle und Fülle – und vier Tore. Nach einem Foul von Robert Zickert an René Pütt traf Torsten Mattuschka sicher per Elfmeter (54.). Nur drei Minuten später rettete der Pfosten für die Loksche. Nach 64 Minuten fasste sich Malone ein Herz und traf mit einem satten Schuss aus knapp 20 Metern zum Ausgleich. Kurz darauf klärte er für den geschlagenen Benny Kirsten auf der Linie. Dann kam der feldüberlegene Aufsteiger doch noch zur erneuten Führung: Eine Ecke von Mattuschka köpfte Kevin Kahlert unbedrängt in die Maschen (72.).

Heiko Scholz wollte durch einen Doppelwechsel (Lorincak für Georgi, Krug für Misch) den Punktgewinn erzwingen. Eine Fehlerkette der Berliner, an dessen Ende Louis-Nathan Stüwe den Ball im Strafraum mit der Hand spielte, führte zum glücklichen Zähler. Mit elf Punkten aus sieben Partien liegt Lok nun auf Platz sechs und damit nur zwei Zähler hinter dem zweitplatzierten BFC Dynamo. „Wir wollten unbedingt die dritte Niederlage verhindern und das haben wir auch geschafft“, resümierte Heiko Scholz.
Leipziger Volkszeitung
16.09.2017 Punkte und Stadion im Visier
Nach zwei sieglosen Spielen gastiert Lok bei Altglienicke

Leipzig. Nachdem es in Nordhausen und gegen Viktoria Berlin (je 0:1) für den 1. FC Lok nichts zu holen gab, sind die Männer von Heiko Scholz in der Regionalliga Nordost am Sonntag (13 Uhr) bei Aufsteiger Altglienicke gefordert. Der Fünfte aus Leipzig will beim zuletzt dreimal siegreichen Sechsten unbedingt punkten. „In dieser Liga ist es egal, ob du gegen einen Aufsteiger oder ein Spitzenteam aufläufst. Es gibt immer Überraschungen“, sagt Lok-Schlussmann Benjamin Kirsten. „Es ist egal, ob Altglienicke Aufsteiger ist oder nicht – wir wollen jedes Spiel gewinnen.“

Trotz der jüngsten Torflaute (sieben Treffer in sechs Spielen) standen Abschlüsse im Training nicht mehr als sonst im Fokus. Es sei „eine intensive Woche“ gewesen, so der Keeper, die Mannschaft habe sich von den zwei Pleiten nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Die Offensivkräfte Maximilian Pommer, Sascha Pfeffer und Nils Gottschick fehlen verletzt, Innenverteidiger Christian Hanne muss wegen der Rotsperre noch ein Spiel aussetzen. Kapitän Markus Krug stand nach einer Erkältung wieder im Training.

Unterdessen hat Lok bei der Stadt eine Bauvoranfrage für einen Komplettumbau des Plache-Stadions gestellt. Die Anfrage sei herausgegeben worden, „um im Ernstfall Rechtssicherheit zu haben, damit wir schnell reagieren könnten, sollten wir einen Investor finden“, so Lok-Präsident Thomas Löwe. Kurzfristig soll die Kapazität von 10 900 auf 13 700 Zuschauer steigen. Der Traum vom neuen Wohnzimmer lebt also weiter.
Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
14.09.2017 Lok-Stürmer Djamal Ziane: „Es war wie verhext“
Leipzig. Djamal Ziane (25) ist mit zwei Toren gemeinsam mit Paul Maurer Toptorjäger des 1. FC Lok. Der 1,86-Meter-Mann spricht über vergebene Chancen, die Verletzungsmisere beim Regionalligisten und das Gastspiel bei der VSG Altglienicke (Sonntag/13 Uhr).

Habt ihr die vergebenen Chancen beim 0:1 gegen Viktoria Berlin schon verdaut?

Ich hab so ein Spiel noch nicht erlebt. So viele Gelegenheiten hast du normalerweise in der Regionalliga nicht in drei, vier Spielen zusammen. Es war wie verhext. Da ist ja fast jedem von uns mindestens einmal der Ball vor die Füße gefallen, gerade in der zweiten Halbzeit.

Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken?

Nein. Der Einsatz hat auf jeden Fall gestimmt – wie in jedem Spiel bisher. Solche Tage gibt es einfach. Schade, dass wir uns nicht mit einem Punkt belohnt haben.

Sie hätten selbst ein, zwei Buden machen können...

Wenn gleich das erste Ding sitzt, ist das natürlich schöner. Ich mache mir da keinen Druck, der Trainer auch nicht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder treffe.

In sechs Spielen hat Lok nur sieben Tore geschossen, dreimal überhaupt keins. Woran liegt es?

Das soll keine Ausrede sein, aber wir haben ja gerade in der Offensive ein paar Verletzte zu beklagen. Ich habe zu Saisonbeginn selbst gefehlt, aktuell fallen Sascha Pfeffer, Max Pommer und Nils Gottschick aus. Trotzdem haben wir uns immer unsere Chancen erarbeitet. Die Tore fallen schon wieder. Aber klar: Die Verwertung muss besser werden.

Schon am Sonntag bei Aufsteiger Altglienicke in Berlin?

Sie haben bisher gute Ergebnisse eingefahren, stehen hinten sehr kompakt und kommen über den Kampf. Was soll ich sagen? Wir haben trotz der Ausfälle eine große Qualität im Kader und wollen mit drei Punkten nach Hause fahren.
Thomas Fritz
Bild Zeitung
13.09.2017 Lok-Stürmer Matthias Zimmerling traf 1988 gegen Maradona - Leipzigs letzter Europacup-Held
ANDRÉ SCHMIDT

Wer wird Leipzigs erster Torschütze in der Champions League? Die Antwort gibt es wahrscheinlich schon heute, wenn RB Leipzig gegen den AS Monaco spielt.

Klar ist aber, wer Leipzigs LETZTES Tor im Europacup erzielte. Matthias Zimmerling (50) traf am 26. Oktober 1988 für den 1. FC Lok im UEFA-Cup zum 1:0 gegen den SSC Neapel (am Ende 1:1), der mit Diego Maradona im alten Zentralstadion einlief. Fast 29 Jahre ist das her...

Zimmerling, heute Co-Trainer und Scout beim Viertligisten Lok Leipzig, erinnert sich noch immer gern an die 67. Minute vor 81000 Fans: „Kurios war, dass mich Trainer Uli Thomale gerade auswechseln wollte. Hans-Jörg Leitzke stand bereits an der Seitenlinie einsatzbereit. Dann kam der Angriff über Liebers zu Bredow. Der macht eine super Flanke, ich schiebe mich zwischen die beiden Innenverteidiger, springe hoch und treffe ins linke Eck. Mit dem Kopf! Dabei hatte ich eher Angst vor Kopfbällen. Wenn man das mit meinem damaligen Mannschaftskollegen Olaf Marschall vergleicht – da lagen Welten dazwischen."

Zimmerling durfte bis zum Abpfiff weiter spielen. Verpasste dann aber die vielleicht beste Chance des Spiels – einen Trikottausch mit Maradona!

„Doch ich musste leider zum Interview. Und danach war es natürlich weg. Ich weiß bis heute nicht, wer es sich geschnappt hat. Das ärgert mich noch immer. Damit ich überhaupt noch ein Trikot bekomme, bin ich heimlich in die Gästekabine und habe mir ein Shirt von einem Wechselspieler geholt." Heute unfassbar: Damit fuhr er dann unerkannt mit der Straßenbahn nach Hause.

Zimmerling – der Held von Leipzig! Doch das war nur von kurzer Dauer.

Denn im Rückspiel am 9. November fehlte er, weil er keine Ausreiseerlaubnis bekam. „Offiziell hieß es, dass ich kein Reisekader war. Ich war halt jemand, der nicht nach dem System gelebt hat, ein Querulant, bin nicht in die Partei eingetreten. Heute weiß ich, dass meine Stasiakte 400 Seiten hat. Zehn interne Mitarbeiter waren auf mich angesetzt. Wahrscheinlich war denen das Risiko zu groß. Dabei wäre ich nie abgehauen."

Lok verlor das Rückspiel ohne Zimmerling mit 0:2 und schied in der 2. Runde aus. Heiko Scholz (51), heute Chef-Trainer des 1. FC Lok, legte mit einem Eigentor das zweite Ding rein. Gern flachst er noch immer darüber, eigentlich Leipzigs letzter Europacup-Schütze gewesen zu sein.

Doch genau genommen ist es Zimmerling, der noch im selben Jahr von Lok lebenslang gesperrt wurde. Grund war ein angeblicher Discobesuch bis morgens um sieben. Er bestritt es damals – und bestreitet es noch immer: „Ich war pünktlich zuhause. Es wurde nur ein Vorwand gesucht. Ohne den Mauerfall hätte ich nie wieder Fußball gespielt."

Und wer wird nun das nächste Leipziger Europacup-Tor schießen? Zimmerling: „Schwer zu sagen. Jeder RB-Spieler hat eine individuelle Klasse. Wenn ich auf Timo Werner tippe, ist das wahrscheinlich am einfachsten."
Leipziger Volkszeitung
11.09.2017 Wie zugenagelt
Lok trifft das Tor nicht und unterliegt Viktoria Berlin mit 0:1

Leipzig. Die schwarze Serie hat Bestand: Der 1. FC Lok bleibt auch im fünften Pflichtspiel gegen Viktoria Berlin ohne dreifachen Punktgewinn. Vor 2572 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion unterlag der Regionalligist unglücklich mit 0:1 (0:1). Für das Tor des Tages zeichnete sich der frühere algerische Nationalspieler und Union Berlins Rekordtorschütze Karim Benyamina (15.) verantwortlich.

Symptomatisch: Den Kopfball von Neuzugang Ryan Malones fischte Schlussmann Dominik Kisiel in der Nachspielzeit von der Linie, selbst Lok-Hüter Benny Kirsten war da mit nach vorne geeilt. „So schlecht, wie wir in der zweiten Halbzeit unsere Chancen nutzen, brauchen wir uns über das Ergebnis nicht wundern. In so einem Spiel musst du auch mal in der Nachspielzeit ein dreckiges 1:1 machen“, ärgerte der sich. In der Rückrunde der Vorsaison hatte Djamal Ziane in der Schlussphase zum umjubelten 3:3 gegen die Hauptstädter getroffen – dieses Mal blieb den Blau-Gelben ein Happyend verwehrt.

Besonders in der zweiten Hälfte ließen sie einfach zu viele Chancen liegen. „Wenn du nicht ins Tor schießt, kannst du auch nicht gewinnen“, wühlte Trainer Heiko Scholz tief in seinem Büchlein der Fußball-Weisheiten. Sein Berliner Kollege Thomas Herbst sprach von einem „glücklichen Sieg“ und bedankte sich bei seinem Schlussmann.

Im Vergleich zum 0:1 gegen Nordhausen ersetzte Youngster Peter Misch den gesperrten Christian Hanne in der Innenverteidigung, in der Außenverteidigung begann Marcel Trojandt für Kapitän Markus Krug, der wegen eines grippalen Infekts kurzfristig ausfiel. Und der offensiv talentiertere Andy Wendschuch kam im defensiven Mittelfeld für Hiromu Watahiki zu seinem Startelf-Debüt in dieser Saison.

Würde man nur die erste Hälfte als Referenz nehmen, ginge die Lok-Pleite allerdings in Ordnung. Benyamina schloss einen Konter nach einem Foul an Trojandt abgezockt zum 0:1 ab, nach einer halben Stunde rettete der Querbalken vor dem 0:2, kurz vor der Pause musste Trojandtauf der Linie klären. Zweimal hattenallerdings auch die Lok-Fans den Torschrei auf den Lippen, aber ZianesKopfball wurde von Kisiel über die Latte gefingert. Wendschuch setzte seinen Schuss aus sechs Metern über den Kasten. In Hälfte zwei trat Scholz weiter in die Eisen: Stürmer Matus Lorincak kam für Wendschuch aus der Kabine.

Die Chancen häuften sich, aber das Tor blieb wie zugenagelt. Ziane vergab zweimal aussichtsreich den Ausgleich (51./60.), Lorincak fiel eine Bogenlampe im Strafraum vor die Füße, aber er passte frei stehend ins Nichts. „Wir hätten hier wahrscheinlich noch Stunden spielen können und hätten kein Tor erzielt“, fasste das Social-Media-Teamder Loksche treffend auf Facebook zusammen.
Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
08.09.2017 Schwarze Serie beenden
Lok will gegen Viktoria Berlin erstmals gewinnen

Leipzig. Schaut man in die Bilanz des 1. FC Lok seit Wiedergründung, gibt es nur wenige Gegner, gegen die der Regionalliga-Dritte in einem Pflichtspiel noch nie gewonnen hat. Bei mindestens vier absolvierten Partien trifft das neben Meuselwitz und RB Leipzig (I und II) nur noch auf Viktoria Berlin zu, den morgigen Gegner (13.30 Uhr/Bruno-Plache-Stadion). Drei Remis, eine Niederlage, so lautet die magere Bilanz. Im Vorjahr trennten sich die Klubs 2:2 und 3:3.

Heiko Scholz will auf solche Zahlenspiele wenig geben. „Jede Serie geht auch mal zu Ende“, sagt der Lok-Trainer und kündigt an, voll auf Sieg zu spielen. „Wir wollen drei Punkte, wir wollen uns oben festsetzen.“ Die Offensive der viertplatzierten Berliner bezeichnet er als „ordentlich“. Angreifer Abu Bakarr Kargbo (7 Tore) und Mittelfeldstratege Ümit Ergirdi (5 Tore) sollte die Lok-Defensive mit Argusaugen beobachten. „Aber nach hinten“, so Scholz, „haben sie auch ihre Schwächen.“ Siehe neun Gegentore aus fünf Spielen.

Nur der Blick aufs Lazarett freut den 51-Jährigen kaum. Vor allem im Mittelfeld klaffen nach den Ausfällen der Neuzugänge Sascha Pfeffer (Meniskus) und Maximilian Pommer (Rücken) sowie Nils Gottschick (Meniskus) Lücken. Fehlen wird nach seiner gelb-roten Karte beim 0:1 in Nordhausen auch Innenverteidiger Christian Hanne. Für ihn dürfte Youngster Peter Misch in die erste Elf rücken.
Sollte Scholz offensiver agieren wollen, wäre Andy Wendschuch, der sich in den Testspielen gegen die SG LVB und Panitzsch/Borsdorf mit fünf Toren gut verkaufte, eine Alternative. Paul Schinke dürfte in der Zentrale gesetzt sein. So oder so kündigte Scholz an: „Wir wollen Druck machen.“
Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
28.08.2017 Lok in Nordhausen geerdet
... und weich gefallen, Probstheidaer nach 0:1 Dritter

Nordhausen. Endlich mal ein Wochenende frei. Das werden sich wohl alle Spieler beim 1. FC Lok Leipzig gedacht haben. Trotz der 0:1-Niederlage (0:0) beim FSV Wacker Nordhausen Freitagabend. „Für die Seele ist das mal gut, mal ein Wochenende ohne Training, ohne eine Auswärtsfahrt, einfach mal frei“, erklärte Kapitän Markus Krug.

Zeit auch, um die Niederlage zu verdauen? Schließlich sieht ein 0:1 ja eher unglücklich aus. War es aber nicht, denn Nordhausen, unter der Ägide von Volkan Uluc, gewann verdient. Nils Pichinot schoss Wacker vor 2125 Zuschauern im Albert-Kuntz-Sportpark in die Glückseligkeit. Der Stürmer beendete so den Höhenflug der Leipziger, die in den vier vorangegangenen Partien ohne Niederlage vom Platz gingen.

Mit dem 0:1 waren die Probstheidaer noch gut bedient – weil sie ab der 32. Minute in Unterzahl spielten. Christian Hanne verhinderte womöglich per Notbremse schon da die Führung der Nordhäuser. „Trotz Unterzahl haben wir es gegen gute Nordhausener gut gemacht“, erklärte Krug. „Wir haben leidenschaftlich verteidigt, viele Bälle gerettet und von der Linie gekratzt“, begründete der 28-Jährige. Außerdem trieb Benjamin Kirsten Pichinot, Buval & Co. mit seinen Paraden förmlich in den Wahnsinn. „Kämpferisch hätten wir einen Punkt verdient, fußballerisch natürlich nicht“, sagte Lok-Trainer Heiko Scholz. „Als der Ball endlich im Tor war, denkt man nicht mehr über die vielen Chancen nach. Man ist froh, dass das Tor gefallen ist“, gab dann auch sein Konterpart beim FSV Uluc zu.

Lok fällt mit der ersten Saisonniederlage weich, ist jetzt Dritter der Regionalliga. Was laut Captain Krug nicht viel Aussagekraft hat: „Ab dem 10. Spieltag weißt du wohin die Reise geht.“ Fest steht aber zumindest eins: „Es ist kein Selbstläufer. Nachdem wir genügend Schulterklopfer bekommen haben, sind wir jetzt wieder geerdet“, fasste der Verteidiger den Status quo zusammen.
Alexander Bley
Bild Zeitung
22.08.2017 Maurer trifft wie Reus - Dortmund-Star inspirierte Lok-Kicker
Wenn Paul Maurer (21) trifft – dann richtig. Zuletzt gegen Luckenwalde haute er bereits seinen dritten Doppelpack für den 1. FC Lok Leipzig rein. Mit zwei Freistößen. Einer schöner als der andere.

„Nach dem Training übe ich das immer sehr gern“, erzählt er. „Ich hatte immer schon ein ganz gutes Gefühl im Fuß.“

Und ein entsprechendes Vorbild. „Die Freistöße von Marco Reus – wenn er denn mal nicht verletzt ist.“

Maurer hat nach seinem Wechsel von Cottbus nach Leipzig eine Weile gebraucht, um sich zurechtzufinden. Erst zum Ende der letzten Rückrunde schaffte er es in die Stammelf. An diese Leistung knüpft er nun nahtlos an.

Trainer Heiko Scholz möchte deshalb am liebsten sofort mit ihm verlängern. Maurer hat jedoch keine Eile: „Die Saison hat doch gerade erst begonnen.“ as
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