Leipziger Volkszeitung
06.04.2018 Lok gegen Bautzen: Scholz trifft alten Dynamo-Kumpel Gütschow
Leipzig. Die Punkteteilung in der Oberlausitz liegt Heiko Scholz, Trainer des 1. FC Lok, auch einen Tag nach der Regionalliga-Partie gegen Abstiegskandidat Neugersdorf schwer im Magen: „Wie das Ergebnis zustande kam, damit bin ich nicht zufrieden. Wir müssen die Führung besser verteidigen. Wir bekommen durch individuelle Fehler zwei Gegentore aus dem Nichts.“

Innenverteidiger Peter Misch hatte mit der ersten Torchance das 1:0 für Lok erzielt. Doch noch vor dem Seitenwechsel drehten die Gastgeber die Partie – ehe Ryan Malone per Foulelfmeter den Endstand markierte. „In der zweiten Hälfte hat die Mannschaft Moral bewiesen“, meint Scholz – und das bei schwierigen Platzverhältnissen. Fußballspielen sei auf dem Geläuf mehr Glückssache gewesen, so der 52-Jährige, der auch der gegnerischen Leistung Respekt zollt: „Die haben gekämpft wie die Löwen.“ Mit dem 2:2 stehen die Probstheidaer bei 39 Punkten und Platz fünf.
Am Sonntag (13.30 Uhr) geht es im Bruno-Plache-Stadion weiter. Dann treffen die Blau-Gelben auf einen weiteren Lausitzer Club, den Tabellen-13. aus Bautzen. „Das wird eine harte Nuss. Die stecken unten mittendrin, werden deshalb alles rausholen“, prognostiziert Scholz. Dass die Leipziger aus den bisher elf Aufeinandertreffen mit Budissa nur einmal als Sieger den Platz verließen, spielt für ihn keine Rolle: „Wir wollen gewinnen, so oder so.“
An der Seitenlinie wird Scholz einen ehemaligen Weggefährten begrüßen. Mit Bautzen-Trainer Torsten Gütschow (55) kickte er vier Jahre bei Dynamo Dresden. Anschließend gingen die beiden gebürtigen Görlitzer verschiedene Wege, ohne sich aus den Augen zu verlieren. „Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis, tauschen uns regelmäßig aus, gratulieren uns zu Geburtstagen“, verrät Scholz.
Obwohl er seinem Gegenüber die Punkte gönnen würde („Die brauchen im Abstiegskampf jeden Zähler“) hofft der Lok-Coach auf einen Heimerfolg: „Wir haben nichts zu verschenken, wollen oben dran bleiben. Da würden uns die drei Punkte natürlich gut zu Gesicht stehen.“
Matthias Klöppel
Leipziger Volkszeitung
03.04.2018 "Es ist gar nicht so viel was uns fehlt"
Lok-Trainer Heiko Scholz mit Leistung in Cottbus einverstanden / Heute geht’s nach Neugersdorf / Leuchtende Kinderaugen beim Osteressen

Leipzig. Ehe die Lok-Spieler am Ostermontag Zeit für ihre Familien hatten, stand nach dem 0:2 tags zuvor in Cottbus zwischen 10 und 12 Uhr noch Auslaufen und ein Saunagang an. „Ich fand es gar nicht so viel, was uns fehlt und was Cottbus uns noch voraus ist. Es sind nur ein paar Prozent“, analysierte Trainer Heiko Scholz: „Sie haben uns nur in der Viertelstunde nach der Pause etwas schwindelig gespielt und verdient das 2:0 gemacht. Insgesamt haben wir gut dagegen gehalten.“
Heute Mittag fährt die Mannschaft zum Nachholer nach Ostsachsen, um 17.30 Uhr ist Anpfiff beim FC Oberlausitz Neugersdorf. „Das ist eine stabile Truppe, die eklig zu bespielen ist, auch wenn sie zuletzt wenig gepunktet hat. Wir müssen hellwach sein, wollen unser Ziel – Platz vier bis sechs – im Auge behalten“, so der Coach.

Ostern 2018 steht beim 1. FC Lok nicht nur für (fast erwartungsgemäß) abgegebene Regionalliga-Punkte beim Spitzenreiter. Der Verein war aufgrund seines sozialen Engagements ein Gewinner. Vor allem trifft dies auf die 29 Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen zu, die zum vierten Lok-Osteressen ins Bruno-Plache-Stadion eingeladen waren.
Die Kids vom Verein Straßenkinder e.V., dem Kinderheim Machern und der Kinderarche Markkleeberg tummelten sich einen Tag lang auf dem Lok-Gelände bei Tischkicker und Torwandschießen, sie spielten in der neuen Halle sowie an der Playstation und tobten gemeinsam mit den Lok-Spielern Steffen Fritzsch und Robert Zickert durchs Gelände, ehe sie sich im Club-Casino stärkten.
Initiator Christopher Kunze war sehr bewegt: „Ich freue mich sehr, dass diese Veranstaltung ein fester Bestandteil unseres Vereinslebens geworden ist. Wir haben fast 30 Kindern ein wunderschönes Osterfest beschert und als Verein wieder blau-gelbe Nestwärme bewiesen.“

Gabi Edler, bekannt als „Tante E“ vom Straßenkinder-Verein: „Gerade zum Osterfest hatten die Kinder eine tolle Abwechslung zum Alltag. Ich denke, sie werden noch lange von diesem Tag zehren und schwärmen. Im nächsten Jahr sind wir sehr gerne wieder mit dabei.“

Lok-Präsident Thomas Löwe freute sich über „eine familiäre und sehr bewegende Veranstaltung. Leuchtende Kinderaugen, viel Spaß und große Dankbarkeit konnten wir in den Gesichtern unserer jungen Gäste sehen. Wir werden diese Veranstaltung fortsetzen.“

Finanziert wurde das Osteressen durch den Verein und viele Spenden.
fs
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22.03.2018 TROTZ VERLETZUNG WILL IHN LOK HALTEN - Neues Angebot für Gottschick
ANDRÉ SCHMIDT
Nils GOTTschick (24). Auf einen Mann mit so einem Namen müsste der Fußballgott eigentlich stehen. Doch von wegen!


Im Moment muss der Flügelflitzer vom 1. FC Lok mit einer Knieverletzung aussetzen. Zuvor musste er sich bereits einer Meniskus-OP unterziehen. Eine Schultereckgelenksprengung kam auch noch hinzu.

Gottschick: „Das war ganz schön viel Pech.“

Immerhin ist die neuerliche Verletzung nicht schwerwiegend. Möglicherweise kann er schon nächste Woche wieder ins Training einsteigen. Doch so oder so: Lok will seinen im Sommer auslaufenden Vertrag gern um zwei Jahre verlängern. Trainer Heiko Scholz (52): „Wir wollten ihn vor zwei Jahren unbedingt. Daran hat sich jetzt nichts geändert.“

Sollte Gottschick ein Stück weit Sicherheit geben. Er sagt: „Wir hatten schon ein gutes Gespräch. Das stärkt einen auf jeden Fall. Umso glücklicher bin ich, dass es jetzt mit dem Knie keine so große Sache ist und ich noch mal angreifen kann.“ Sein letztes Tor liegt immerhin 15 Monate zurück.
Bild Zeitung
16.03.2018 2:0 GEGEN ALTGLIENICKE - Maurer zimmert Doppelpack für Lok
ANDRÉ SCHMIDT
Nach zwei torlosen Spielen hat es der 1. FC Lok im Jahr 2018 endlich krachen lassen, siegte vor 2073 Fans 2:0 gegen Altglienicke.


Lok in der Abwehr konzentriert. Die Ex-Bundesligastürmer Ede und Sanogo bei den Gästen sahen kaum einen Stich. Lok-Torwart Kirsten musste dann aber doch mal eingreifen, rettete gegen Mrkaljevic (37.).

Auf der anderen Seite entschärfte Dan Twardzik, Sohn von Ex-Sachsen-Torwart René Twardzik (saß auf der Tribüne) einen Schuss von Ziane (8.). Ein Schuss von Maurer wurde zur Ecke geblockt (30.). Viel mehr war nicht. Lok tat sich in der Offensive gewohnt schwer.

Und da musste eben mal wieder ein Standard helfen. Paul Maurer schlenzte mit seinen giftgrünen Schuhen einen Freistoß ins rechte Dreiangel - 1:0 (47.).

Lok kontrollierte das Spiel und musste dennoch bis zur 86. Minute warten, bis Maurer nach einem Konter den Sack endgültig zumachte. Für ihn waren es die Saisontore sieben und acht und das zweite Doppelpack.
Leipziger Volkszeitung
15.03.2018 FÜR DEN 1. FC LOK BEGINNEN DIE HAMMERWOCHEN
Heute (19 Uhr) gastiert Altglienicke in Probstheida

Leipzig. Frost, Schneeschmelze, nun Regen. Steht der Nachholer des 1. FC Lok heute (19 Uhr) gegen die VSG Altglienicke doch noch auf der Kippe? „Nein“, sagt Lok-Geschäftsführer Martin Mieth. „Wir wollen spielen und wir müssen spielen. Sonst kommen wir in noch größere Terminschwierigkeiten.“
Das Grün im Bruno-Plache-Stadion habe die Wetterkapriolen gut überstanden, berichtet Mieth zuversichtlich. „Der Rasen hat das Wasser gut aufgenommen“. Damit steht dem Duell des Tabellensechsten mit den Berlinern (14.) – es ist erst der dritte Punktspieleinsatz der Probstheidaer anno 2018 – nichts im Wege. Im Hinspiel sorgte Ryan Malone mit einem Doppelpack beim 2:2 für einen Zähler.
Trainer Heiko Scholz ist erleichtert und froh, dass es endlich wieder los geht. Auch wenn die Vorfreude auf 15 Spiele in knapp acht Wochen begrenzt ist. Scholz will schnellstmöglich die 40-Punkte-Marke erreichen und setzt dabei auf „Jungs mit Charakter und Mannschaftsgeist“, die sich trotz der Belastung durchbeißen. Trotz der Hammerwochen will der 51-Jährige „alle Partien mit dem besten Aufgebot spielen“. Großartig rotieren wird er nicht – Stand jetzt.
Flügelflitzer Maik Georgi fällt nach seiner Knieverletzung noch aus. Der Einsatz von Angreifer Nils Gottschick (Sprunggelenk) ist offen. Aufsteiger Altglienicke verstärkte sich zuletzt mit den bundesligaerfahrenen Chinedu Ede und Boubacar Sanogo, muss aber auf Hinspiel-Torschütze Torsten Matuschka verzichten.
Die Fans können sich auf drei Heimspiele in Folge freuen. Wer im Fanshop Schloßgasse bis heute Tickets für die Partien gegen Altglienicke und Neustrelitz kauft, bekommt die Karte für das Gastspiel von Wacker Nordhausen am kommenden Mittwoch (19 Uhr) gratis dazu.
Unterdessen gewann der 1. FC Lok einen potenten Partner für die Kinder- und Jugendförderung: Die Sparkasse Leipzig überreichte am Montag in ihrer Kunsthalle eine Spende in Höhe von 10 000 Euro. Lok-Präsident Thomas Löwe freut sich, dass sich „immer mehr Unternehmen aus der Region als Sponsoren für unseren Verein engagieren“. Der Lok-Wirtschaftsrat um Chef Knut Göbel hatte eingeladen, um den Startschuss für neue Initiativen zur Professionalisierung des Vereins zu geben. Die Gäste sagten 3100 Euro für das Crowdfunding-Kunstrasenprojekt zu. Thomas Löwe hofft auf weitere Unterstützung – auch von den Fans heute Abend.

Thomas Fritz
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15.03.2018 NACH 92 TAGEN WIEDER EIN HEIMSPIEL FÜR LOK - Bundesliga testet Kirsten
ANDRÉ SCHMIDT
Endlich landet Benjamin Kirsten (30) im Training nicht mehr auf Asphalt. „Zumindest hat es sich auf den hart gefrorenen Böden so angefühlt", verrät der Torwart des 1. FC Lok.


Doch er kann damit umgehen. Denn: „Hinschmeißen ist mein Job – und ich tu es für meine Truppe." Trotzdem wird der Aufprall am Donnerstag (19 Uhr) gegen Altglienicke etwas erträglicher sein. Der Frost ist (zunächst) raus.

Für Lok ist es das erste Heimspiel nach 92 Tagen. Ziane, Malone und Maurer trafen damals zum 3:1 gegen den Berliner AK. Es folgten zwei torlose Auswärtsspiele in Meuselwitz (0:2) und bei Viktoria Berlin (0:0). Gut für Kirsten, der seine Kiste sauber hielt. Aber unbefriedigend für Lok.

Doch wer meint, dass mit Altglienicke ein „Dorfklub" zum Scheibenschießen nach Probstheida kommt, täuscht sich.

Mit Chinedu Ede (31), einst U21-Nationalspieler für Deutschland und für Mainz und Hertha 28 Mal in der Bundesliga am Ball, wurde im Winter nach Boubacar Sanogo (35, 101 Bundesligaspiele für einst Bremen, Hoffenheim, HSV und Lautern) ein weiterer Stürmer verpflichtet. Kirsten muss da auf der Hut sein – sagt: „Wenn man diese Namen so hört, könnte man meinen, dass wir der Dorfklub sind.“

Lok ist es natürlich nicht. Und deshalb kündigt Kirsten selbstbewusst an: „Wir bereiten uns seit sechs Wochen vor und wurden oft nicht mit Spielen belohnt. Wir haben Bock auf Fußball und sind auf einem guten Level trainiert."

Allerdings: Neben Maik Georgi fällt auch Nils Gottschick (24) aus. Eine MRT-Untersuchung ergab eine kleinere Meniskusverletzung im Knie. Auch das Kreuzband hat was abbekommen. Ob eine OP notwendig wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen.
Leipziger Volkszeitung
24.02.2018 Dank Sonnenschein rollt der Ball
1. FC Lok kann am Sonntag bei Viktoria Berlin spielen

Berlin/Leipzig. Wenn nicht noch etwas Unvorhergesehenes passiert, dann wird der 1. FC Lok am Sonntag, 13:30 Uhr, um Regionalligapunkte kämpfen. Derzeit stehen alle Signale auf grün, dass das beim FC Viktoria 1889 Berlin angesetzte Spiel stattfinden wird.
Am 27. Januar verlor die Loksche im bisher einzigen Punktspiel des neuen Kalenderjahres glatt mit 0:2 beim ZFC Meuselwitz. Seither waren vier Partien angesetzt, die jedoch allesamt den Witterungsbedingungen zum Opfer fielen: Erst aufgeweichte, später verschneite oder halbgefrorene Plätze – in der Regionalliga Nordost rollte in den letzten Wochen kaum irgendwo der Ball.
Auch für dieses Wochenende sind bereits fünf Begegnungen abgesagt – auch wieder im Berliner oder Brandenburger Raum. Dass die Partie des 1. FC Lok nicht dabei ist, liegt am Sonnenschein – im doppelten Sinn. Zum einen ist für Berlin bis Sonntag selbiger angesagt. Zum anderen am Leiter des Sportamtes des Berliner Stadtbezirkes Steglitz-Zehlendorf. Der heißt – kein Witz – Klaus Sonnenschein und verwaltet unter anderem das Stadion Lichterfelde, in dem Hauptmieter Viktoria Berlin seine Heimspiele austrägt. Nach der gestrigen Platzbegehung über das mutmaßlich knochenhart gefrorene Spielfeld hob Sonnenschein trotzdem den Daumen.
Freuen wird die Entscheidung Lok-Trainer Heiko Scholz, denn seine Kicker wollen (wie alle Fußballer) lieber spielen als immer nur trainieren. Am Dienstag zeigten die Blau-Gelben beim Test in Naunhof gegen den FSV Zwickau eine anständige Leistung, verloren gegen den Drittligisten – der zugegebenermaßen vor allem seine Reservisten Spielpraxis sammeln ließ – unglücklich 1:2. Das Tor schoss der wieder genesene Sommerzugang Sascha Pfeffer.
Carsten Muschalle
Bild Zeitung
24.02.2018 URSACHE SEINER PROBLEME GEKLÄRT - Pommer kämpft sich zurück
ANDRÉ SCHMIDT
onASEVIDA. Mit diesen sieben Buchstaben verbindet sich die Hoffnung des 1. FC Lok. Darauf, dass Maximilian Pommer (20) in dieser Saison doch noch mal für Lok (Sonntag bei Viktoria Berlin) gegen den Ball treten kann.


„Das ist mein großes Ziel. Allerdings noch ohne zu wissen, wann es soweit sein wird“, erzählt er. Dafür schuftet er täglich im Reha-Zenrum Asevida in der Leipziger Käthe-Kollwitz-Straße.

Schlimme Rückenschmerzen haben den jungen Mann wochenlang geplagt. Keine Behandlung schlug richtig an – bis die Ärzte endlich die Ursache fanden.

Pommer: „Eine Fehlstellung im Rücken, die sich auch auf die Nervenbahn legte. Zum Schluss konnte ich nur noch das rechte Bein wirklich belasten. Die Muskulatur im linken Oberschenkel war gar nicht mehr richtig da.“

Komplett schmerzfrei ist er noch nicht. Aber auf einem guten Weg. Pommer: „Ich kann sogar schon wieder Lauftraining machen. Mal sehen, wie der Körper auf die nächsten Belastungen reagiert.“

Davon wird wohl auch abhängig sein, ob sein im Sommer auslaufender Vertrag verlängert wird.
Leipziger Volkszeitung
16.02.2018 ZIEGENBALG: „ES GIBT NICHTS GEILERES ALS AUFSTIEG“
Neuer Lok-Manager macht von der ersten Sekunde an Dampf / Sonntag gegen Nordhausen

Leipzig. Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Das wusste schon Udo Jürgens. Wolf-Rüdiger Ziegenbalg weiß noch viel mehr. Bei ihm geht’s mit 69 nochmal richtig rund. Der Dresdner strotzt vor Tatendrang, ist drahtig und bekommt sogar das Hemd beim letzten Knopfloch am Hals noch zu.
All das konnte gestern bestaunt werden, als er sich bei Lok Leipzig im Plache-Stadion vorstellte. Ziegenbalg hat viel vor beim Traditionsverein aus Probstheida. Zwei Jahre gibt er sich dafür Zeit, so lange läuft sein Vertrag als Manager. Einen Posten, den es bei Lok so noch nicht gab. Schon der erste Satz, den der einstige Dynamo-Dresden-Präsident sprach, gibt die Marschroute vor: „Es juckt immer, jeder will den sportlichen Erfolg. Es gibt nichts Geileres als Aufstieg.“ Brechstange? „Nicht um jeden Preis“, gibt er sich diplomatisch. Sturm im Wasserglas? Nein, das sagen allein die Augen. Ziegenbalg will den Verein in den bezahlten Fußball führen und deshalb vor allem weiter an der Infrastruktur des Bruno-Plache-Stadions anpacken und die Strukturen im Verein professioneller machen.
Ein neues Stadion muss her, schnellstmöglich. Das ist Fakt. Allerdings muss dafür ein Investor gefunden werden. Wohl die dringlichste Aufgabe des gut vernetzten Beraters. „Um Erlöse zu akquirieren. Geld, das auf die Seite des Sports fließt“, erklärte er. So, dass sich der Verein auf „das Kerngeschäft Fußball zu 100 Prozent konzentrieren kann“.
Während Ziegenbalg derweil jedes Steinchen in Probstheida rumdreht, drängen die Regionalliga-Kicker der Blau-Gelben auf den Einsatz. Nach drei wetterbedingten Spielabsagen in Folge. Sonntag (13.30 Uhr) kommt Wacker Nordhausen ins altehrwürdige „Bruno“. Der Tabellendritte ist zu Gast beim Vierten. „Ich kenne den Etat ein bissl“, sagt Lok-Trainer Heiko Scholz, „und trotzdem trennt uns nur ein Punkt.“ Zwei Millionen heißt es, bringen die Sponsoren der Thüringer auf die Waage. Und was der Kader für Qualität hat, zeigte Wacker vorgestern im Test gegen Drittligist Chemnitzer FC. Das Team von Volkan Uluc gewann 3:1.
Nordhausen hat in der Winterpause übrigens nochmal zugelangt, einen Stürmer verpflichtet. Bundesligaerfahren (Greuther Fürth), zuletzt spielte er allerdings bei Zweitligist Holstein Kiel keine Rolle mehr. Nach einem schweren Autounfall 2014 kam seine Karriere ins Stocken. Trotzdem ist der Kosovare Ilir Azemi für die Regionalliga eine Hausnummer.
Wie dem begegnen? „Hinten stabil stehen und Konter fahren“, verriet Loks Zauberfuß Paul Maurer.
Alexander Bley
Leipziger Volkszeitung
15.02.2018 EX-DYNAMO-MANN ZIEGENBALG WIRD MANAGER BEIM 1. FC LOK
Leipzig. Die Bilanz war nicht so rosig, die der 1. FC Lok Leipzig vor einigen Wochen seinen Mitgliedern vorstellte. Transfers in der Winterpause waren damit beim Regionalligisten vom Tisch. Nun bläst der Traditionsverein aus Probstheida zum Halali und verpflichtet das Dynamo-Dresden-Mitglied Nummer eins.
Wolf-Rüdiger Ziegenbalg wird der neue starke Mann beim 1. FC Lok Leipzig. Der 69-Jährige ist ab sofort Manager der Blau-Gelben und soll die Professionalisierung des Vereins entscheidend vorantreiben. Sprich Lok Leipzig bläst in der kommenden Saison zum Angriff mit dem Ziel Aufstieg in die 3. Liga.

Ziegenbalg war der erste Präsident von Dynamo Dresden nach der Wende. 1990 wurde er ins Amt gewählt. Ende 1992 trat er zurück, als Rolf-Jürgen Otto kam. Ziegenbalg hat noch immer die Mitgliedsnummer eins bei der SG Dynamo inne. Bereits bei der Mitgliederversammlung von Lok Leipzig war Ziegenbalg vorstellig. Als Berater sollte er den Verein unterstützen, auf Herz und Nieren prüfen, wo effizienter gearbeitet werden kann, wo Lok noch Hausaufgaben erledigen muss.
„Nach reiflicher Überlegung voriges Jahr habe ich den Auftrag ab Januar angenommen und begonnen, eine Vereinsanalyse mit Präsidium und Sponsor ETL zu erarbeiten. Nach ersten Ergebnissen hat das Präsidium beschlossen, mich als Manager zu installieren“, sagte Ziegenbalg. „Nach der Restrukturierung und Konsolidierung möchte ich ab Sommer für die nächsten zwei Jahre gemeinsam mit wirklich allen ,Lokschen’ den Aufstieg in die 3. Liga schaffen und den Stadion-Neubau mit Hilfe von Stadt, Land und Wirtschaft voranbringen.“
Damit ist die Route der Leipziger klar. „Ich freue mich, so einen erfahrenen Strategen an unserer Seite zu wissen. Bei unseren ehrgeizigen Zielen müssen wir uns in vielen Bereichen professioneller aufstellen“, begründete Lok-Präsident Thomas Löwe den Neuzugang.
Eingerührt hatte den Deal übrigens ein Ex-Dynamo-Spieler, verriet Ziegenbalg: „Mein ehemaliger Spieler und jetziger Trainer Heiko Scholz hat mich um Hilfe gebeten.“
Alexander Bley
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