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18.11.2017 Sushi vorm Derby - Loks Watahiki und Chemies Yajima im Stäbchen-Duell
ANDRÉ SCHMIDT

Mal ein ganz anderes Doppel-Interview vorm Leipziger Stadt-Derby. BILD traf die Japaner Hiromu Watahiki (30, FC Lok) und Rintaro Yajima (24, BSG Chemie) vorm Knallerspiel Mittwoch (14.05 Uhr) zum Sushi-Essen im Lokal „Sushi Circle“ in der Katharinenstraße.

BILD: Der Klassiker für Japaner. Was schmeckt in Deutschland am besten?

Yajima: „Schnitzel.“

Watahiki (lacht): „Auch Schnitzel.“

BILD: Und was nervt Sie als Japaner in Deutschland am meisten?

Yajima: „Das man hier so schnell Auto fährt. Ich habe allerdings noch keinen Führerschein, fahre mit dem Fahrrad zum Training.“

Watahiki: „In Japan nehmen wir oft den Zug. Der ist immer pünktlich. Hier warte ich manchmal zehn, zwanzig Minuten – und manchmal kommt auch gar nichts.“

BILD: Reden wir über das große Spiel, das Derby.

Watahiki: „Das ist wie Fußball und ein bisschen Krieg. Ich meine wegen der vielen Polizisten jedesmal. Ich habe in Oberhausen auch ein Derby vor 13000 Fans gegen Essen gespielt. Aber so viele Polizisten habe ich da nie gesehen.“

Yajima: „Davon habe ich inzwischen auch schon gehört. Beim Hinspiel gegen Lok war ich ja leider noch nicht dabei.“

BILD: Lok gewann 1:0. Wie auch das Pokalspiel vor einem Jahr. Wer hatte da getroffen?

Yajima: „Ich weiß nicht...“

Watahiki grinst: „Ich. Aber das war ein Torwartfehler.“

BILD: Was erwarten Sie vom Stadt-Derby?

Watahiki: „Natürlich drei Punkte für uns. Es ist ein Heimspiel und wir haben unsere leidenschaftlichen Zuschauer im Rücken.“

Yajima: „Chemie gewinnt und ich mache das entscheidende Tor.“

BILD: Wie sind Sie eigentlich im deutschen Fußball gelandet?

Watahiki: „Ich habe in Japan Sportwissenschaften studiert. Dann wollte ich den Fußball in Europa kennenlernen. Nach zwei Jahren in der Landesliga hat mich mein Berater zum Probetraining zu Mario Basler geschickt. Der war damals Trainer in Oberhausen. So fing alles an.“

Yajima: „Ich habe Politik studiert und wollte in Japan, wo ich bei den Urawa Red Diamonds im Nachwuchs lernte, Profi werden. Bekam aber kein Angebot. Deshalb bin ich nach Europa, nach Österreich, zum SV Horn in die 3. Liga. Das sollte das Sprungbrett sein. Chemie ist der nächste Schritt.“

Vorm Derby muss Chemie noch gegen Neugersdorf und der FC Lok beim BFC ran (beide Sonntag, 13.30 Uhr).
Leipziger Volkszeitung
17.10.2017 Tormaschine trifft Abwehr-Bollwerk ...
... oder der BFC Dynamo empfängt Lok Leipzig

Leipzig. Man kann nicht alles haben. Meistens zumindest. Einzig Energie Cottbus hebelt diesen Erziehungsgrundsatz, der auch in der Regionalliga gilt, aus. Allerdings passt der für die zwei folgenden Kontrahenten wie die Faust aufs Auge. Am Sonntag (13.30 Uhr) werfen die ihre geschichtsträchtigen Jerseys über die Oberkörper. Die einen ihre Weinroten, die anderen ihre Gelben. Der BFC Dynamo empfängt im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark den 1. FC Lokomotive Leipzig. Oder: Der Tabellenzweite bekommt es mit dem Fünften zu tun. Beziehungsweise: Die Tormaschine trifft auf das Abwehr-Bollwerk.

„Nach vorn geht es ganz gut, aber wir haben Defizite nach hinten“, beschreibt es René Rydlewicz (44). 34 Mal haben die Seinen in dieser Saison schon das Netz wackeln lassen. Bei all dem Spektakel vergessen die Berliner aber eins: die Absicherung nach hinten. Das wäre bekanntermaßen etwas für die dampfende Lokomotive. Ball abfangen, zack-zack-bumm über drei Stationen nach vorn und Tor. Wenn das denn immer so einfach wäre ... Auf 17 Tore bringen es die Leipziger bisher.

Was bekanntlich Gründe hat. Mit Maximilian Pommer (20) und Sascha Pfeffer (31) fehlen Lok-Trainerduo Heiko Scholz (51) und Rüdiger Hoppe (48) weiterhin zwei Dampfmacher. „Sie stünden uns gut zu Gesicht“, sagt „Scholle“. Glücklicherweise hat sich das Lazarett aber gelichtet. Nils Gottschick (24) und Maik Salewski (28) schnaufen auf den Schienen, fahren derzeit doppeltes Pensum. „Sie sind knapp vor 100 Prozent“, freute sich Scholz. „Sie kommen zum richtigen Zeitpunkt zurück“, ist er sich sicher. Denn der Coach will mehr als ein Schaulaufen beim BFC. „Wir können sie mit einem Sieg einholen“, lautet seine Kampfansage.

So soll die Lok Fahrt aufnehmen für die englische Woche, die bevorsteht. Denn nach dem Spiel gegen den Traditionsverein steht der nächste Traditionsverein vor der Tür. Nämlich die BSG Chemie. 5500 Plätze werden am kommenden Mittwoch besetzt werden. Luft ist noch. Lediglich die zugelassene Kapazität im BSG-Block von 1200 Tickets ist erreicht. Die Eintrittskarten werden auch weiterhin nur als Kombi-Tickets verkauft.
Alexander Bley
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10.11.2017 Lok-Sportdirektor Hoppe - Ohne unsere Fans haben wir gar nichts mehr
ANDRÉ SCHMIDT

Am 24. Mai 2014 entschied sich Sportdirektor und Co-Trainer Rüdiger Hoppe (48), einen Vertrag beim 1. FC Lok zu unterschreiben – obwohl der Klub gerade aus der 4. Liga abgestiegen war.

Oder gerade deshalb. Denn: „Ich habe erlebt, wie die Mannschaft damals nach der Rückkehr vom Spiel in Berlin von über 1000 Fans empfangen und gefeiert wurde. Das war einzigartig. Hier wollte ich arbeiten."

Über drei Jahre später, Lok ist längst wieder ins vordere Drittel der 4. Liga gedampft, hat sich jedoch Ernüchterung breit gemacht.

Die Stimmung auf den Rängen, so heißt es auch bei den Spielern, ist schlecht wie nie. Vorm Spiel zuletzt gegen Halberstadt wurde Paul Schinke (26) zum Beispiel schon bei der Erwärmung vom Dammsitz aus bepöbelt: „Schinke, bewege deinen faulen A..."

Auch Hoppe hörte das, war fassungslos: „Das sind sicher nur vereinzelte Rufe, aber die Mannschaft trägt das mit sich rum. Ich finde das sehr traurig."

Sein leidenschaftlicher

Appell: „Mit unseren Fans im Rücken können wir ein ganz großes Ding machen. Aber dafür brauchen wir alle. Wenn wir unsere Fans nicht mehr haben, dann haben wir gar nichts mehr."
► Der am Wochenende spielfreie 1. FC Lok testet derzeit den vertragslosen Torwart Mateusz Trochanowski (25).
Leipziger Volkszeitung
10.11.2017 1. FC Lok will Fans wieder ins Boot holen
Co-Trainer Hoppe klagt über Pöbeleien gegen Spieler

Leipzig. Zwischen dem 1. FC Lok und einigen Fans hängt derzeit der Haussegen schief. Spieler werden teils schon vor Spielbeginn ausgepfiffen, bei schlechten Aktionen hagelt es Buhrufe. Stellvertretend dafür war die 0:3-Pleite im Sachsenpokal gegen Budissa Bautzen vergangene Woche, als von Unterstützung nach dem frühen Rückstand nichts zu hören war. Auch beim 2:1 gegen Halberstadt sorgten einige Lok-Anhänger für negative Stimmung.

Für Co-Trainer Rüdiger Hoppe ein Grund, die schreibende Zunft zum Gespräch zu bitten. „Das haben die Jungs nicht verdient. Wir stehen im zweiten Regionalligajahr als Tabellenfünfter super da und sind in der Liga seit sieben Partien ungeschlagen“, so Hoppe. „Sportlich haben wir vieles richtig gemacht.“ Besonders Mittelfeldstratege Paul Schinke (13 Spiele/2 Tore/3 Vorlagen) war zuletzt von den Unmutsäußerungen („Du faule Sau!“, „Beweg deinen Arsch!“) betroffen – teils schon beim Aufwärmen. „Es sind nur vier, fünf Leute, die stehen aber ganz vorne am Zaun“, beklagt Hoppe. Auch für die ganz jungen Spieler, die aus Fehlern lernen müssen, keine einfache Situation. Hoppe appelliert daher an die Anhänger, diejenigen zur Rede zu stellen, die frühzeitig durch negative Sprüche auffallen.

Für die schlechte Stimmung gibt es mehrere Erklärungen. Zum einen versprühte die Mannschaft trotz ihrer guten Serie zuletzt nicht den großen spielerischen Glanz, was auch an den verletzten Offensivkräften Sascha Pfeffer oder Maximilian Pommer liegen dürfte. Zudem hatte Angreifer Djamal Ziane mit einer Torflaute zu kämpfen. Beim 2:1 gegen Halberstadt gelang ihm die erste Bude nach neun für ihn torlosen Regionalliga-Partien. „Djamal schleppt sich trotz Blessuren ins Training und zu den Spielen“, sagt Hoppe. Der Treffer am Sonntag habe ihm extrem gut getan.

Zudem sorgte die Entscheidung für Unmut, Karten für das Heimderby gegen Chemie am Buß- und Bettag (22. November) nur als Kombi-Tickets für weitere Partien zu verkaufen. Dies soll unter anderem der finanziellen Konsolidierung vor dem einnahmearmen Winter dienen. Manch Fan fühlt sich abgezockt und fürchtet zu viel Kommerzdenken beim Traditionsverein. „Ohne die Fans würde es den Verein schon lange nicht mehr geben“, sagt Hoppe, „aber jetzt brauchen wir jeden Einzelnen, um weiter nach oben zu kommen.“ Wenn der Klub finanziell besser da steht, würde man den Fans gern etwas zurückgeben. „Wir werden uns da mal zusammensetzen und Gedanken machen“, kündigt der Co-Trainer an.
Sylvio Hoffmann, Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
04.11.2017 Heiko Scholz: „Wir müssen wieder wie Männer auftreten“
Lok spielt nach Pokal-Blamage am Sonntag in der Regionalliga gegen Halberstadt

Leipzig. Wenn am morgigen Sonntag, 13.30 Uhr, im heimischen Bruno-Plache-Stadion die Regionalliga-Partie gegen Germania Halberstadt angepfiffen wird, wollen die Kicker des 1. FC Lok Wiedergutmachung leisten. Selten in den letzten Jahren waren die Voraussetzungen so gut wie diesmal, im Sachsenpokal weit zu kommen und diesen am Ende vielleicht sogar zu gewinnen. Die Drittligisten Chemnitz und Zwickau waren schon ausgeschieden, im Viertelfinale winkte das Derby gegen Chemie.
Alles Schall und Rauch, nachdem die Loksche 0:3 am Mittwoch gegen Budissa Bautzen untergegangen war.

„Ein absolutes Grottenspiel von uns“, so Lok-Trainer Heiko Scholz, „das erste von 15 Pflichtspielen, bei dem wirklich alle schlecht waren. Dummerweise im Pokal – da bist Du dann raus!“ Umso wichtiger ist es dem Coach, dass sein Team nun gegen Halberstadt eine Reaktion zeigt: „Wir dürfen das nicht in die Meisterschaft mitnehmen. Wir haben die Niederlage analysiert und abgehakt, müssen jetzt wieder wie Männer auftreten“, so Scholz. Dabei erwartet er einen spielstarken und variablen Gegner mit zwei unterschiedlichen Gesichtern – die Qualität der Gäste liegt insbesondere in der Offensive, wohingegen im Defensivbereich mitunter Lücken sind.

Den Schlüssel sieht Scholz im Auftreten: „Wir müssen besser nach vorne spielen als zuletzt, uns mehr Chancen aus dem Spiel erarbeiten. Dabei dürfen wir aber das Gleichgewicht nicht verlieren, müssen unnötige Ballverluste und damit Konter vermeiden.“ Scholz’ zweiter wichtiger Punkt: „Ich hoffe darauf, dass unsere tollen Fans uns wieder von der ersten Minute an unterstützen, voll hinter uns stehen – wir brauchen die Zuschauer.“
musch
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03.11.2017 Blamage gegen Bautzen - Pokal-Aus kostet Lok halbe Million
ANDRÉ SCHMIDT

Siege bis hin zum Finale, Top-Los im DFB-Pokal – bis zu 500000 Euro wären für den 1. FC Lok drin gewesen. Doch das Achtelfinal-Aus gegen Bautzen ist eben nicht mehr zu reparieren.

Trainer Heiko Scholz (51) fand erst spät in den Schlaf, zermarterte sich den Kopf über die Ursachen des deutlichen 0:3: „Alle wollten – aber das war eben nicht zu sehen.“ Robert Berger (20): „Es war ein gebrauchter Tag für uns.“

Hinzu kommt: Ryan Malone schleppte sich mit einer Knieprellung vom Platz, Robert Zickert mit einer wiederum gebrochenen Nase. Auch Torwart Christopher Hanf (Oberschenkel) wackelt für das Spiel Sonntag gegen Halberstadt.

Genau so blamabel wie das Pokal-Aus übrigens die Stimmung der Fans. Anstatt die Mannschaft nach dem frühen 0:1 zu unterstützen, wurde jeder Fehlpass mit Pfiffen und Auswechsel-Forderungen quittiert. Scholz umschreibt es so: „Die Zuschauer haben ihren Unmut zurecht geäußert – aber vielleicht etwas zu zeitig. Wir brauchen eine neue Euphorie." Da helfen wohl nur Siege.
Leipziger Volkszeitung
03.11.2017 Scherben zählen und Wunden lecken
Ratlosigkeit und Zweckoptimismus beim 1. FC Lok nach Aus im Sachsenpokal

Leipzig. Von den Spielern des 1. FC Lok erreichte keiner Normalform, die Stimmung auf den Rängen versprühte nicht gerade Pokalbegeisterung und auch die Glücksmütze von Coach Heiko Scholz versagte auf der ganzen Linie. Einen Tag nach dem bitteren 0:3 (0:1) gegen Angstgegner Budissa Bautzen im Sachsenpokal-Achtelfinale war in Probstheida Scherben zählen und Wunden lecken angesagt.

Die Mutter aller Fragen: Woran hat`s gelegen? Fehlender Rhythmus nach dem sturmbedingten Spielausfall gegen Meuselwitz? Die ungewohnte Anstoßzeit? Oder lähmte doch die Aussicht, nach dem Ausscheiden der Drittligisten Chemnitzer FC und FSV Zwickau plötzlich als heimlicher Favorit auf den Pokalsieg dazustehen?
„So dürfen wir nicht auftreten. Da müssen wir auch klare Worte finden. Aber erklären kann ich mir die Leistung immer noch nicht so richtig“, meinte Coach Heiko Scholz nach einer unruhigen Nacht. Der Spielausfall habe aber sicher „nicht geholfen“, war er sicher.

Zudem entschuldigte sich der 51-Jährige bei den Fans – und nahm seine Jungs zugleich in Schutz. „Haut mir auf die Fresse, aber lasst die Mannschaft in Ruhe.“ Präsident Thomas Löwe sprach von einer „schwachen Leistung“ und einem „unterirdischen Spiel“ und ärgerte sich über das verpasste Viertelfinale-Derby gegen die BSG Chemie. Er appellierte an die Anhänger, die Mannschaft, die im zweiten Regionalliga-Jahr aktuell Platz fünf belegt, weiter zahlreich zu unterstützen.

Stichwort Unterstützung: Etwas Feuer von den Rängen hätte sicher ein paar Prozente mehr von den Akteuren rausgekitzelt, doch der frühe Rückstand und die nervöse Spielweise ließen eher launisches Motzen und Buh-Rufe bei den 1563 Zuschauern aufkommen als motivierende Anfeuerungsgesänge. „Schade. Das war sehr negativ“, sagte Scholz, der sonst keine Gelegenheit auslässt, sich bei den treuen Lok-Fans zu bedanken.

Nach dem bitteren Ausscheiden bleibt es bei einem Sieg (in zwölf Duellen) gegen die Männer aus der Senfstadt, darunter eine 0:2-Pleite in der 2. Runde des Sachsen-Pokals im Jahr 2008. Schon am Sonntag (13.30 Uhr) läuft der Neunte der Regionalliga, Germania Halberstadt, im Bruno-Plache-Stadion auf. In der Liga sind die Leipziger seit sechs Partien ungeschlagen. „So bitter das Aus für uns alle ist“, sagt Heiko Scholz, „wir müssen jetzt schnellstens die Köpfe wieder hochkriegen.“
Thomas Fritz
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02.11.2017 0:3 gegen Bautzen - Lok verspielt Derby gegen Chemie im Sachsenpokal
ANDRÉ SCHMIDT

Was für ein Pokal-Hammer wäre das gewesen. Die BSG Chemie hätte im Viertelfinale Lok Leipzig im Lokalderby erwischt - wenn der zuvor daheim nicht gegen Ligarivale Bautzen gescheitert wäre.

1563 Fans (darunter Chemie-Torwart Julien Latendresse-Levesque) sahen ein peinliches 0:3. Und hörten ein Pfeifkonzert nach Abpfiff.

Dabei wäre die Chance auf einen Titel so groß gewesen, nachdem mit Chemnitz und Zwickau bereits beide Drittligisten scheiterten.

Lok verspielte diese Chance mit einer ganz schwachen Leistung.

Schmidt narrte Torwart Hanf, der für Kirsten im Pokal spielen durfte, schon früh mit einem Freistoß ins rechte kurze Eck. Hanf boxte ihn dann sogar auch noch selbst rein (11.).

Ein Konter brachte das 0:2 durch Milde (57.), der den diesmal chancenlosen Hanf überlupfte. Die ersten Lok-Fans verließen darauf bereits die Tribüne, hatten die Hoffnung bereits aufgegeben.

Pfanne traf von der Strafraumgrenze sogar noch zum 0:3 (67.). Hanf musste danach verletzt vom Platz. Kirsten kam. Spielte aber auch keine Rolle mehr.
Leipziger Volkszeitung
02.11.2017 Lok verpasst Derby gegen Chemie
Regionalligist nach schwacher Leistung im Sachsenpokal gegen Bautzen ausgeschieden

Leipzig. Chemnitzer FC raus, FSV Zwickau raus. Wohl noch nie in den vergangenen Jahren hat sich das Tor zum Sieg im Sachsenpokal und damit zur DFB-Pokalqualifikation für den 1. FC Lok so weit geöffnet. Theoretisch zumindest. Nach einem ganz schwachen 0:3 (0:1) gestern Abend gegen Budissa Bautzen muss der Regionalliga-Fünfte schon im Achtelfinale die Segel streichen. Umso ärgerlicher, weil Losfee Henning Frenzel in der Halbzeit dem Sieger des Duells fürs Viertelfinale am 11./12. November die BSG Chemie Leipzig zuloste (die Ansetzungen: Oderwitz – Radebeul, Inter Leipzig – Neugersdorf, Auerbach – Bischofswerda, Chemie Leipzig – Bautzen). „Eine schwache Vorstellung unserer Mannschaft, mehr gibt’s dazu nicht zu sagen“, erklärte Lok-Präsident Thomas Löwe angefressen.

Trainer Heiko Scholz stellte vor 1563 Zuschauern Ersatzkeeper Christopher Hanf ins Tor, im Angriff durfte Matus Lorincak für Djamal Ziane ran, der nach Schlusspfiff eigentlich für sein 100. Spiel (37 Tore) im Lok-Dress geehrte werden sollte. Gegen den Angstgegner (ein Sieg aus elf Duellen) gerieten die Gastgeber schon nach elf Minuten in Rückstand. Tony Schmidt verwandelte einen Freistoß durch die geöffnete Mauer direkt, eine unglückliche Aktion (11.). Vier Minuten später lenkte der zeitweise nervös wirkende Hanf einen Schuss vom rechten Strafraumeck an den Pfosten. Nach einer halben Stunde hatte die Ostsachsen erneut das 2:0 auf dem Fuß, doch Franz Pfanne zog knapp am Kasten vorbei. Bis auf einen harmlosen Kopfball von Robert Zickert und einen satten Schuss von Verteidiger Peter Misch fanden die fahrigen Hausherren offensiv praktisch nicht statt. Zu viele hohe Bälle, die im Nichts landeten, zu wenig Kombination gegen die tief und kompakt stehenden Bautzner.

Nach der Pause wurde es nicht besser. Auch die Aussicht auf ein weiteres Lokalderby beflügelte die Blau-Gelben nicht. Ganz im Gegenteil. Lok gelang weiter wenig, der letzte Wille fehlte, die Oberlausitzer zeigten konsequentes Konterspiel. Paul Milde und Franz Pfanne machten den Sack zu. Die eingewechselten Djamal Ziane und Nils Gottschick konnten keine zählbaren Akzente mehr setzen. Benny Kirsten ersetzte wenig später den verletzten Hanf im Tor – und kassierte zumindest keine weitere Bude mehr.
Damit verlor die Loksche erstmals wieder seit sieben Pflichtspielen und hat die Chance, in der nächsten Saison die große Fußballbühne zu betreten, kläglich verstreichen lassen.
Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
27.10.2017 Die Zipsendorfer und die große Angst der Loksche
ZFC Meuselwitz bleibt für Lok seit acht Spielen ein Mysterium

Leipzig. Die einen lassen es vorn krachen, die andern machen hinten dicht. Am Sonntag treffen die beiden aufeinander. Gemeint sind der ZFC Meuselwitz und Lok Leipzig. Heiko Weber (52) gegen Heiko Scholz (51). 4-2-3-1 gegen 4-2-3-1. Der Regionalliga-Sechste aus dem Altenburger Land empfängt den Dritten aus Probstheida.

„Die machen das ganz ordentlich, haben Profibedingungen“, schwärmt Lok-Coach Scholz von der Zipsendorfer Trutzburg. Und eine astreine Serie gegen die „Loksche“. Die Blau-Gelben können gegen den ZFC einfach nicht gewinnen. In acht Spielen gegeneinander holte Lok NULL Siege. Meuselwitz ganze fünf und drei Remis. „Es gibt manchmal Mannschaften, da ist es so komisch, obwohl ich mit dem Begriff Angstgegner nix anfangen kann“, sagt der Lok-Trainer, „trotzdem ist es mal an der Zeit, das zu beenden.“
Bei der Mission Sieg stehen ihm wieder Christian Hanne und Nils Gottschick zur Verfügung. Beide könnten der Startelf gut zu Gesicht stehen, weil sie gern vorm gegnerischen Tor auftauchen. Da haben sich die Probstheidaer in den vergangenen drei Spielen nicht gerade oft gezeigt. Eine magere Bude. „Wir müssen deswegen jetzt nicht alle verrückt machen. Ich habe Vertrauen in meine zwei Stürmer“, erklärt „Scholle“. Kann er auch, denn seine Mannschaft ist seit sechs Spielen in Serie ungeschlagen. In fünf Spielen hat Lok nur ein Tor zugelassen. „Und das haben wir noch selbst gemacht“, sagt der Coach.

„Das wird herrlich und spannend“, stimmt ZFC-Trainer Weber ein. Seine jungen Wilden, die von erfahrenen Kräften angeleitet werden, schickten zuletzt den Berliner AK mit einer Viererpackung auf die Heimreise. Chemie übrigens 4:1. Und seit zwei Partien steht beim ZFC die Null auch hinten.
Alexander Bley
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