Bild Zeitung
22.08.2017 Maurer trifft wie Reus - Dortmund-Star inspirierte Lok-Kicker
Wenn Paul Maurer (21) trifft – dann richtig. Zuletzt gegen Luckenwalde haute er bereits seinen dritten Doppelpack für den 1. FC Lok Leipzig rein. Mit zwei Freistößen. Einer schöner als der andere.

„Nach dem Training übe ich das immer sehr gern“, erzählt er. „Ich hatte immer schon ein ganz gutes Gefühl im Fuß.“

Und ein entsprechendes Vorbild. „Die Freistöße von Marco Reus – wenn er denn mal nicht verletzt ist.“

Maurer hat nach seinem Wechsel von Cottbus nach Leipzig eine Weile gebraucht, um sich zurechtzufinden. Erst zum Ende der letzten Rückrunde schaffte er es in die Stammelf. An diese Leistung knüpft er nun nahtlos an.

Trainer Heiko Scholz möchte deshalb am liebsten sofort mit ihm verlängern. Maurer hat jedoch keine Eile: „Die Saison hat doch gerade erst begonnen.“ as
Leipziger Volkszeitung
21.08.2017 Maurer macht’s wie der Ex-Kollege
Loks Zauberfuß trifft zweimal, Becker für Luckenwalde ebenso / Blau-Gelb weiter unbesiegt

Leipzig. Bei Mannschaften, die in eine höhere Liga gestürmt sind, heißt es: Das zweite Jahr ist das schwerste. Der Beweis steht beim 1. FC Lok Leipzig noch aus, schließlich ist die Saison 2017/18 gerade erst geschlüpft. Bisher gibt’s aber keinen Grund für Schwarzmalerei. Denn die Blau-Gelben sind in der Regionalliga nach dem vierten Spieltag dank des 4:2-Sieges (2:2) gegen den FSV 63 Luckenwalde weiterhin ungeschlagen, haben nunmehr zehn Punkte auf dem Konto.
Übrigens: Einen ebensolchen Fabelstart legte das Team von Heiko Scholz im vergangenen Jahr auch hin. Damals noch mit Daniel Becker in den Reihen der Probstheidaer. Dass der 30-Jährige das Toreschießen auch in Brandenburg beim FSV nicht verlernt hat, bewies er am Sonnabend im Bruno-Plache-Stadion gegen seinen Ex-Verein. Gleich zweimal(30. und 36. Minute) ließ der begnadete Linksfuß die 2729 Lok-Fans verdutzt, die sieben FSV-Schlachtenbummler freudig zurück. Zweimal bumste es im Gebälk. „Zweimal abgefälscht“, wie Leizigs Keeper Benjamin Kirsten leidvoll feststellen musste. „Becks“ braucht eben nirgendwo Anlaufzeit.

Beim Gros der Kicker ist das anders. Vor allem, wenn sie jung sind, ein neues Fleckchen Erde kennenlernen und in ein bestehendes Gefüge eingepasst werden müssen. Siehe Paul Maurer. Im vergangenen Jahr kam der Blondschopf, der die linke Außenbahn bei Lok beackert, aus Cottbus an die Pleiße. Nach einigen Wochen im Stamm nahm der damals 20-Jährige auf der Bank Platz. Die Akklimatisierung dauerte. Bis zum Liga-Endspurt, da drängte er zurück ins Team. Am Sonnabend avancierte er zum Matchwinner, mit einem Doppelpack (11. und 34. Minute). „Wenn ich so schießen könnte, würde ich das auch ausnutzen“, beschrieb Djamal Ziane die Begabung seines Mitspielers. „Zwei Freistoßtore in einem Spiel habe ich noch nie geschossen“, sagte Maurer, der Lok in Halbzeit eins zweimal in Führung brachte. Einmal mittig und einmal halbrechts. Beide Male mindestens 25 Meter vom Tor entfernt. Konstantin Filatow im Kasten von Luckenwalde hatte keine Chance. Bei Streich Nummer zwei wurden glatt mal die Handzeichen von Lok-Coach Scholz missachtet. Der forderte eine Bananenflanke, etwas zum Einnicken für die langen Stelzen. Paul & Paul entschieden sich für eine andere Variante. Schinke legte per Sohle zur Seite, Maurer zog ab. Beinahe hätte auch ein dritter Streich geklappt. Den Aufsetzer aus 30 Metern (19.) patschte Filatow gerade so am Kasten vorbei. „Ich schieße schon gern“, gab Maurer zu, „ich kenne jetzt alles bei Lok, weiß wie es abläuft.“

Lokomotive bestimmte die Partie, brachte sich nach „zwei individuellen Fehlern“ (O-Ton Scholz) und einem vergebenen Elfmeter von Christian Hanne um die Führung. Erst in Halbzeit zwei zog Blau-Gelb die Schlinge zu. Die gelb-rote Karte für Luckenwaldes Aaron Bogdan (43.) schlug dabei ins Kontor. „Wir laufen hinterher, sind Außenseiter, da wird es doppelt schwer“, fasste Verteidiger Steven Heßler zusammen. Er war mit Jonas Arnold von Lok ebenfalls zum FSV gewechselt.

Mit einem Doppelschlag in der 62. und 64. Minute knockten die Probstheidaer Luckenwalde aus – erst Ryan Malone im Nachschuss, dann Matus Lorincak im Scherenschritt. Beides von Schinke eingeleitet. „Ich bin überglücklich über die drei Punkte“, frohlockte Lok-Trainer Scholz nach dem Sieg. Der bedeutet übrigens Platz zwei. Nur Cottbus ist besser.
ALEXANDER BLEY
Leipziger Volkszeitung
19.08.2017 „Becks“ Rückkehr
Daniel Becker kommt mit Luckenwalde Sonnabend zu Lok

Leipzig. „Einen von beiden musste ich enttäuschen“, erklärt Daniel Becker alias „Becks“ das Dilemma, in dem er vor fünf Monaten steckte. Auf der einen Seite Heiko Scholz mit einer Vertragsverlängerung bei Lok Leipzig bis 2020. Auf der anderen Dirk Heinze, Boss vom FSV Luckenwalde, mit einem ähnlichen Kontrakt. Aber: plus berufliche Perspektive im Verein, sprich als Manager und die Nähe zur Familie. „Von Lok wegzugehen fiel mir sehr, sehr schwer“, betonte der 30-Jährige. Nicht richtig ist, dass „Becks“ der Liebe wegen ins Brandenburgische ging. Das Girl hat er in Leipzig kennengelernt, nachdem der Wechsel bereits feststand.

Bereits am Sonnabend gibt er sein Comeback: Mit dem FSV Luckenwalde kommt das Zauberfüßchen zurück ins Bruno-Plache-Stadion. Nur steht er eben ab 13.30 Uhr auf der anderen Seite des Feldes, in Konfrontation mit den Probstheidaern.

Seit zwei Wochen spukt die Rückkehr zu Blau-Gelb in seinem Kopf umher. Verständlich, denn das Verhältnis zum Leipziger Trainerduo Scholz/Hoppe ist intakt. Der Kontakt mit vielen Spielern steht auch noch. „Das ist meine Ex-Mannschaft“, sagt „Becks“ ganz selbstverständlich.
Der Abgang des Spielmachers wog damals bei Lok schwer. Warum? Die Leistungsdaten des eher ruhigen Zeitgenossen sprechen für sich: In 61 Spielen im Trikot der Blau-Gelben ließ er selbst 25 Mal das Netz zappeln und ganze 29 Tore bereitete er vor. Klassenbester in Probstheida in den vergangenen zwei Jahren. Klar, dass so ein Spieler ungern hergegeben wird. Wenn „Becks“ Thema war, geriet Coach Scholz ins Schwärmen – „ein Ausnahmefußballer“.

Das ist Geschichte, spätestens seitdem die neue Saison aus den Puschen gekommen ist. Nach drei Spieltagen stehen die Leipziger ungeschlagen mit sieben Punkten auf Platz drei. Der FSV Luckenwalde trägt die rote Laterne. Drei Niederlagen – 1:4 gegen den BFC, 1:2 gegen den Berliner AK, 0:2 gegen Hertha BSC II. „Wir haben viel Verletzungspech, haben drei Rote Karten kassiert und sind nicht so breit aufgestellt wie etwa Lok“, erklärt Becker. „Da ist Lok wesentlich weiter“, hängt der 1,71-große Wusel an. In den drei FSV-Partien war er der einzige Torschütze seines Teams. Zwei Treffer hat Becker bereits auf seinem Konto.

Die Probstheidaer kompensieren derzeit gerade zwei Ausfälle (Pommer, Pfeffer) auf genau der Position, auf der „Becks“ zauberte. Ex-Teamkollege Paul Schinke könnte aus der Defensive vorrücken oder Nils Gottschick. „Wir sind krasser Außenseiter, wissen, dass wir überrollt werden sollen“, ist sich Becker sicher. „Ich sehe Lok schon fast hinter dem BFC, Leipzig hat sich weiterentwickelt. Cottbus ist absoluter Aufstiegsfavorit. Dazu gesellen sich in die Top fünf Nordhausen und eine Überraschungsmannschaft.“
Alexander Bley
Leipziger Volkszeitung
08.08.2017 Plache-Stadion bietet 10900 Fans Platz
Familienblock-Planung bei Lok Leipzig beginnt morgen

Leipzig. Es geht voran beim 1. FC Lokomotive. Sportlich mit dem Super-Saisoneinstand. Sieben von neun möglichen Punkten haben die Regionalliga-Kicker geholt und sind gut im Soll. Der 3. Platz ist dabei eine schöne Momentaufnahme.

Nicht nur für den Moment, sondern in Stein gemeißelt ist folgendes: Ins Bruno-Plache-Stadion dürfen ab sofort 10 900 Zuschauer. Platz wäre noch. Auch wenn 1922 beim VfB gegen Victoria Hamburg bis zu 70 000 Fans dagewesen sein sollen, ist bei 15 600 die Kapazitätsgrenze erreicht. Mehr ginge nur mit einem Neubau. Bekanntlich liegen dafür die Pläne in der Schublade ...

Mit der Erweiterung für 4100 zusätzliche Zuschauer macht der Verein aus Probstheida einen riesen Schritt nach vorn. Augenscheinlich angedeutet hatte sich das bereits. Denn auf der Gegengeraden wurde der Gästeblock deutlich in Richtung Anzeigetafel verschoben. Die Stadt gab grünes Licht. Alle Sicherheitskriterien wurden erfüllt. In den Block der Schlachtenbummler dürfen nunmehr bis zu 2800 Fans.

Zu verdanken ist das den freiwilligen Helfern, die sich an den alten Borten abgerackert und Wellenbrecher in den harten Boden eingesetzt haben. „ein einfaches Dankeschön für die monatelange Schinderei wäre zu wenig. Der Verein wird sich etwas einfallen lassen“, sagte Präsident Thomas Löwe. Der 50-Jährige hatte im vergangenen Jahr maßgeblich die Verbesserung der Infrastruktur des Stadions vorangetrieben.

Neues gibt es auch vom Familienblock. Mittels einer Kampagne lieh sich Lok vor knapp einem Jahr 77 260 Euro von seinen Anhängern für dieses Projekt. 2020 zahlt der Verein seine Anleger verzinst wieder aus.
Nur: Seit Mitte September geschah dann nicht mehr viel – außer die Verlegung von der rechten Seite der Holztribüne auf die linke. Morgen gibt es die ersten Beratungen mit einem Unternehmer, der den Block zwischen Dammsitz und Lok-Fanblock für 77 000 Euro ausbauen will. „Wir hoffen, im Herbst mit den Arbeiten beginnen zu können“, sagte Präsidiumsmitglied Alexander Voigt.

Ziel des Vereins ist es, die Zuschauerzahl auf gut 13000 nach oben zu schrauben. Denn ein volles Stadion – gegen BSG Chemie, BFC Dynamo oder Energie Cottbus – lässt auch die Kasse des Vereins klingeln.
ALEXANDER BLEY
Leipziger Volkszeitung
07.08.2017 Ziane köpft Lok ins Glück – 2:0 in Fürstenwalde
Fußball-Regionalligist auch im dritten Spiel ungeschlagen

Fürstenwalde. Lok Leipzig blieb auch am 3. Spieltag der Fußball-Regionalliga ungeschlagen und ohne Gegentor. Beim bis dato ebenfalls noch unbezwungenen Gastgeber Union Fürstenwalde gewann der neue Tabellendritte mit 2:0 (0:0).

Aus einer leichten Überlegenheit in Durchgang eins entsprang für die Lok noch nichts Zählbares. Die Gegner neutralisierten sich bis dahin, Gefahr strahlten die Leipziger höchstens mal bei Eckstößen aus. Bei Lok stand der vom Halleschen FC gekommene Sascha Pfeffer erstmals in der Anfangsformation. Im Blickpunkt stand aber mehr der aus Bautzen nach Probstheida gewechselte Maik Salewski, der nach Anspiel von Paul Schinke in der 50. Minute an die Querlatte schlenzte. Schon zuvor war er an den verheißungsvollsten Aktionen beteiligt gewesen.

Vier Minuten später erneut, diesmal als Vorbereiter und mit mehr Fortune: Der Ex-Budisse setzte sich über die linke Seite durch, flankte und fand im einköpfenden Djamal Ziane einen dankbaren Abnehmer – 1:0 für Lok. Da waren 54 Minuten gespielt und die Elf von Trainer Heiko Scholz dachte gar nicht daran, den knappen Vorsprung nur zu verwalten. Ziane machte es eine Viertelstunde später gleich noch einmal per Kopf, und es stand 2:0 für die Blau-Gelben (69.). Diesmal tat sich Robert Berger mit scharfer Eingabe von rechts als „Einfädler“ für den sehenswerten Treffer hervor.

Kurz darauf stand Sturmspitze Ziane nach Vorlage von Paul Maurer, der zwischenzeitlich selbst den Pfosten getroffen hatte, kurz vorm Hattrick, konnte diese Gelegenheit unter Bedrängnis jedoch nicht nutzen.
Danach passierte nicht mehr viel, Lok hatte das Geschehen relativ sicher im Griff und spielte die restliche Zeit routiniert herunter. Die knapp 300 unter den fast 1000 Zuschauern jubelten ausgelassen. Während der 1. FC Lok sogar weiter ohne Gegentreffer ist, musste das Team um Union-Trainer Matthias Maucksch die erste Niederlage einstecken. Lok-Coach Scholz sagte: „Nach einigen Stockfehlern am Anfang haben wir reingefunden und gegen den kampfstarken Gegner nichts zugelassen. Unsere Tore waren herrlich herausgespielt, der Sieg geht in der Höhe in Ordnung.“
Frank Müller
Bild Zeitung
05.08.2017 Pfeffer sieht noch Luft nach oben
Noch ist nicht genug Pfeffer drin!

Mittelfeldmann Sascha Pfeffer (30) feierte beim 0:0 gegen Babelsberg sein 24-Minuten-Pflichtspieldebüt für den FC Lok. Der Königstransfer aus Halle dirigierte lautstark – und wurde von den Fans gefeiert.

Bisher bremste den ehemaligen Zweitligaprofi (10 Spiele) eine Meniskus-OP: „Ich bin erst bei 75 Prozent, habe einfach einen Großteil der Vorbereitung verpasst. Aber es wird täglich besser. Und als Profi will ich immer spielen.“

Gut möglich das der stolze Familienpapa (Sohn Fynn Oskar wird im Dezember 3 Jahre) schon morgen (13.30 Uhr) in Fürstenwalde länger ran darf.

Coach Heiko Scholz: „Wir haben einen breiten Kader. Aber einer wie Pfeffer kann den Unterschied ausmachen.“ Toll auch: Maximilian Pommer (19/Rückenprobleme) ist wieder fit. cp
Leipziger Volkszeitung
04.08.2017 Nullnummer im Plache-Stadion
Remis gegen den SV Babelsberg: Lok bleibt in der Regionalliga weiter ungeschlagen

Der Derbysieg gegen Chemie hallt nach. Dementsprechend fiel gestern Abend der Empfang der Spieler des 1. FC Lok Leipzig im Bruno-Plache-Stadion aus: 3674 Fans besangen den Saisonauftaktsieg ihrer Loksche gegen Chemie. Nur, mehr als drei Punkte gab es dafür auch nicht. Daher galt es gegen Babelsberg zu zeigen, dass dieser Erfolg keine Eintagsfliege war. So die hehre Zielstellung. Der Sieg blieb für die Leipziger zwar aus, aber Lok bleibt mit dem Remis (0:0) weiterhin ungeschlagen.

„Wir können mit dem Punkt leben. Normal verlierst du so ein Spiel knapp vor Schluss. Die Chance von Shala hätte den Punkt kaputt machen können. 3600 Zuschauer an einem Donnerstag, das ist a la bonheur“, meinte Lok-Trainer Heiko Scholz nach dem Match.

Trotz drei Umstellungen, die Trainer Heiko Scholz notgedrungen vornehmen musste, zogen die Probstheidaer das Spiel an sich. In der Innenverteidigung der Leipziger ersetzte Peter Misch den angeschlagenen Christian Hanne. Für Außenverteidiger Marcel Trojandt rückte Robert Berger auf die Außenbahn und im Mittelfeld durfte Nils Gottschick für Maximilian Pommer wirbeln. Babelsberg – ebenfalls mit einem Sieg (2:1 gegen Hertha BSC II) gestartet – ging in der gleichen Aufstellung wie gegen die Hertha-Bubis aufs Feld.

Nur ergaben sich aus dem Übergewicht bei den Spielanteilen nicht wirklich brandgefährliche Chancen für Lok. Einzig Paul Maurer ließ zweimal das Auditorium raunen. Einmal mit einem Freistoß, der das Außennetz touchierte (9. Minute) und wenig später ein strammer Schuss, der an der roten Beinwand der Gäste abprallte.

Dagegen waren die Konter der Babelsberger echte Nadelstiche und schon gefährlicher. Manuel Hoffmann ließ die Hausherren zittern. In der 10. Minute hatte Lok Glück, dass dessen Querleger am Fünfer keinen Abnehmer fand. Später (30.) ließ er das Außennetz von Benny Kirstens Kasten zappeln. Kubilay Büyükdemirs Sololauf über rechts parierte Kirsten dann mit dem Fuß (42.).

Nachdem der Sonnenuntergang schon ansehnlicher schien als der Kick auf dem satten Grün, rüttelte Matus Lorincak alle Träumer wieder auf. Sein Lattenkracher hätte in der 50. Minute das 1:0 sein können. War es aber nicht, weil Marvin Gladrow noch seine Fingerchen dazwischen bekam. Maik Salewski hätte abstauben können, sein Kopfball wurde kurz vor der Linie geklärt. Hätte, hätte, Fahradkette ...
Dass sich Lok-Coach Scholz nicht mit einem Remis zufrieden geben wollte, bewies sein Doppelwechsel (65.). Neben Lorincak durfte Djamal Ziane ran. Für noch mehr Übergewicht im Mittelfeld sollte Sascha Pfeffer sorgen. Raus mussten Salewski und Gottschick.

Es blieb dabei, Lok hatte Übergewicht, aber Zählbares kam nicht raus. Denn: Wenn die Blau-Gelben im Strafraum auftauchten, wollten sie es zu schön zu Ende spielen. Immer noch ein Pässchen. Das wäre fast schiefgegangen. Andis Shala köpfte kurz vor Schluss eine Ecke in Kirstens Arme.
Punktgewinn, weiter ungeschlagen, im Lok-Lager war damit niemand unzufrieden. Sascha Pfeffer: „Das Riesenbrett für Lolo (Lorincak, d.A.), und dass der Nachschuss noch geklärt wird, das war einfach Pech. Wir haben vier Punkte und kein Gegentor. Darauf lässt sich aufbauen.“
ALEXANDER BLEY
Leipziger Volkszeitung
02.08.2017 Tugenden sind wieder gefragt
Der 1. FC Lok empfängt morgen Babelsberg

Leipzig. Der Derbysieg in Leutzsch hat Spuren hinterlassen. Allen voran bei den Lok-Kickern. Christian Hanne musste bereits in der Halbzeit raus, weil er im Zweikampf etwas im Gesicht abbekommen hatte. „Ich habe verschwommen gesehen“, begründete der 28-Jährige den Wechsel. Schrank Peter Misch brachte die Sache in der Abwehr zu einem guten Ende.Mittlerweile sieht der Innenverteidiger wieder klare Bilder und fühlt sich fit für den nächsten Kick.

Der geht morgen (19.30 Uhr) über die Bühne. Babelsberg rollt ins Bruno-Plache-Stadion. Der SV gewann sein Regionalliga-Auftaktmatch gegen die zweite Garde von Tante Hertha 2:1.„Wir müssen jetzt gut im Rhythmus bleiben“, sagt Hanne. Schließlich geht der Saisonstart gleich in die Vollen. Innerhalb einer Woche müssen alle Teams drei Spiele schultern – englische Woche heißt das. „Du merkst schon das Derby in den Knochen“, macht Hanne keinen Hehl aus der körperlichen Belastung. „Aber dafür haben wir einen breiten Kader“, fügt er an. Und genau diese Breite wird gegen Babelsberg von Nutzen sein. Denn mit Maximilian Pommer, Marcel Trojandt und Hiromu Watahiki sind gleich drei Spieler angeschlagen.

Der Japaner hatte sich im Test gegen die Queens Park Rangers das Knie verdreht, ist wieder ins Training eingestiegen. Wuselwind Pommer hat einen Tritt in die Kniekehle abbekommen, Linksverteidiger Trojandt einen Pferdekuss.Lok-Trainer Heiko Scholz glaubt, dass Pommer bis morgen nicht fit wird. „Wir haben fünf gleichwertige Spieler“, beruhigt der 51-Jährige gleichzeitig. So könnte das Stündlein von Sascha „Pfeffi“ Pfeffer schlagen. 90 Minuten hat er drauf, das bewies er im Test in Engelsdorf.

Festgezurrt ist nun auch das Benefizspiel des 1. FC Lok zugunsten der SG LVB. Vergangenen Dezember war deren Vereinsheim komplett abgebrannt. Die Partie gegen LVB wird am 1. September (19 Uhr) im Plache-Stadion stattfinden. Die 5 Euro Eintritt dienen dem Wiederaufbau des Vereinsheimes an der Neuen Linie.
Alexander Bley
Bild Zeitung
01.08.2017 Lok-Boss hat die Schnauze voll
Leipzig – Thomas Löwe (49) ist seit zwei Wochen der starke Mann beim 1. FC Lok. Nach dem Derbysieg bei der BSG Chemie (1:0) sprach BILD mit dem Klub-Präsidenten.

BILD: Zwei sogenannte Fans haben Lok trotz des Sieges mal wieder ins schlechte Licht gerückt...

Thomas Löwe: „Wer seiner Mannschaft so eklatant schadet, kann kein Lok-Fan sein. Das war so hohl in diesem Moment Stunk zu machen, da habe ich kein Verständnis.“

Macht es sie stolz, dass sich die Masse im Fan-Block von den Chaoten distanzierte?

Löwe: „Definitiv! 99,9 Prozent aller Lok-Fans haben von diesen Leuten die Schnauze voll. Das sind immer wieder dieselben 20 bis 50 Leute, die dem Verein Schaden zufügen.“

Doch die Störer sind entwischt. Und nun?

Löwe: „Wir brauchen bessere Maßnahmen durch Polizei und Justiz um solche Straftäter zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei können auch die Verbände Druck ausüben anstatt friedliche Fans mit Kollektivstrafen in Sippenhaft zu nehmen.“

Sportlich kann Lok dagegen Babelsberg am Donnerstag mit einem guten Gefühl empfangen...

Löwe: „Auf jeden Fall. Die Art und Weise des Sieges hat mich gefreut. Wir haben spielerisch etwas draufgelegt – das macht Lust auf mehr.“
STEN HORNIG
Leipziger Volkszeitung
01.08.2017 „Das ist wie eine Pest“
Lok-Präsident Löwe richtet klare Worte an die Chaoten

Leipzig. Der versuchte Platzsturm zweier Chaoten aus dem Lok-Fanblock beim Ortsderby gegen die BSG Chemie am Sonnabend hat Konsequenzen. Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) hat gestern ein Verfahren gegen die beiden Regionalliga-Vereine aus Leipzig eröffnet. Der 1. FC Lok und die BSG wurden um eine schriftliche Stellungnahme bezüglich des Vorfalls, der zur Spielunterbrechung in der 87. Minute führte, gebeten. Diese muss innerhalb von fünf Tagen beim NOFV eingehen. Wie der Vorsitzende des Sportgerichts Stephan Oberholz erklärte, werde gegen Lok aufgrund des unsportlichen Verhaltens seiner Fans ermittelt. Bei Gastgeber Chemie bestehe zudem der Verdacht, dass nicht ausreichend Sicherheitskräfte im Einsatz gewesen seien.

Zwei vermummte Personen waren beim Stand von 1:0 für Lok in der 87. Minute über den Sicherheitszaun im Kunze-Sportpark geklettert, einer provozierte die Chemie-Fans. Sicherheitskräfte drängten die Hooligans zurück. Die Einsatzkräfte der Polizei konnten keinen Täter fassen. „Leider war es auch nicht möglich, die Identität der Männer festzustellen“, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt gestern. Die Beamten gehen aber davon aus, dass die Hooligans zu einer Gruppe von 150 Personen aus dem Umfeld der „Fanszene Lokomotive Leipzig“ gehörten, die erst zur zweiten Halbzeit im Kunze-Sportpark eintrafen. Zwölf Personen aus dieser Gruppe wurden wegen Stadienverboten des Platzes verwiesen. „Den anderen konnten wir den Zutritt nicht verwehren, sie hatten schließlich gültige Eintrittskarten dabei“, begründete Voigt.

Lok-Präsident Thomas Löwe platzte bereits nach der Partie der Kragen. „Das sind die selben Chaoten, die uns Erfurt das Spiel kaputt gemacht haben. Das sind die selben Chaoten, die uns das Spiel in Bischofswerda kaputt gemacht haben. Das ist wie eine Pest, die wir nicht loswerden. Haut ab! Wir wären richtig froh und glücklich, wenn ihr verschwindet“, sagte der 49-Jährige.
bly/mpu
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