Leipziger Volkszeitung
07.08.2018 Reaktion nach Berlin-Klatsche: Lok empfängt Bischofswerda
1:4-Pleite schmerzt noch immer / Gegen zweikampfstarken Aufsteiger will Lok anderes Gesicht präsentieren

Über den vergangenen Freitag wollen sie beim 1. FC Lokomotive Leipzig schon gar nicht mehr sprechen. „Das war wie ein Freitag der 13. für uns“, meinte Stürmer Matthias Steinborn. „Das Ergebnis hab ich schon vergessen“, ergänzte Trainer Heiko Scholz. Er sei hiermit erinnert: 1:4 hieß es am Ende bei Viktoria Berlin. Der schicke Saisonstart hat damit einen Kratzer bekommen, auch wenn Scholz sagt: „Ich will nicht wegen einem Spiel die Arbeit von sechs Wochen in den Dreck ziehen“.
Doch der Schock sitzt noch immer tief. Unisono betonen Scholz und Steinborn: „So habe ich meine Mannschaft noch nie spielen sehen“. Die Fans werden auf eine Wiederholung ebenfalls verzichten können. Immerhin unterstützen sie den Verein weiter. Mit knapp 1100 wurden so viele Dauerkarten verkauft wie noch nie.
Umso schöner, dass die Scharte der Pleite schon vier Tage später – nämlich heute – vor eigenem Publikum ausgemerzt werden kann. „Umso schöner, dass wir eine Englische Woche haben“, meinte Steinborn. Aufsteiger Bischofswerdaer FV reist in die Messestadt. „Eklig“, beschreibt Steinborn den Gegner. Er erwartet viele giftige Zweikämpfe. „Wir wollen um jeden Preis gewinnen“, sagt „Steini“, wie der Stürmer in der Mannschaft genannt wird. Der 29-Jährige warnt: „Das ist kein Fallobst, dass da kommt“.
Das weiß auch Trainer Heiko Scholz, der am Nachmittag noch die Infos eines Scouts bekam. Vorher wurde fleißig Videomaterial gesichtet. Über die Aufstellung wird dann erst heute entschieden. Dabei fehlen noch ein paar angeschlagene und verletzte Spieler. Für Patrick Wolf kommt das Spiel heute wohl zu früh, am Sonntag bei Union Fürstenwalde könnte er aber wieder eine Option werden. Nils Gottschick wurde von Trainer Scholz für seine Leistung in der Trainingswoche gelobt, auch Maik Salewski ist ein Kandidat für die Startelf. So könnte es durchaus ein paar Veränderungen geben.
Benjamin Kirsten ist weiter außen vor (siehe Extra-Story), Djamal Ziane trainiert zumindest wieder mit der Mannschaft. „Wir haben ihn so eingebaut, dass er es gar nicht merkt“, grinst Scholz. Ziane trägt ein Extra-Leibchen und darf von den Mitspielern nicht attackiert werden, damit sein lädierter Knöchel nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen wird.
So oder so will Lok gegen Bischofswerda nichts anbrennen lassen, um die Ansprüche auf einen Spitzen-Platz in der Regionallliga Nordost zu untermauern. Der BFV ist dabei noch eine Wundertüte: Zusammen mit Rathenow stellt Bischofswerda den auf dem Papier schwächsten Kader. Im ersten – und bisher einzigen – Saisonspiel konnte sich die Truppe von Trainer Erik Schmidt trotzdem ein respektables 1:1 gegen Bautzen in Unterzahl erkämpfen.
Um es heute besser zu machen, muss der Total-Ausfall in Berlin vergessen werden. „Wir haben es bereits im Bus angesprochen“, mein Torjäger Steinborn. „Es herrscht ganz klar eine ‚Jetzt-erst-Recht’-Mentalität“.

Causa Kirsten: „Wir müssen wach sein“

Leipzig. Benjamin Kirsten ist weiter verletzt. Deshalb schließt Trainer Heiko Scholz eine Nachverpflichtung nicht mehr aus, obwohl die Kaderplanung eigentlich als abgeschlossen galt. „Wir müssen wach sein“, meinte der Trainer, als er von der Leipziger Volkszeitung auf das Thema angesprochen wurde. Kirsten war schon Ende der vergangenen Saison vier Spiele ausgefallen – Lok holte in dieser Phase nur einen Punkt. Ersatzmann Christopher Hanf zeigt zwar immer wieder ordentliche Ansätze, patzte zuletzt gegen Viktoria Berlin entscheidend. Mit Lukas Wenzel kam im Sommer ein 19-jähriges Torwart-Talent aus Nürnberg. Ob die beiden Kirsten-Ersatzmänner aber gehobenes Regionallliga-Format haben, darf angezweifelt werden. Also schaut sich Lok derzeit um, damit im Falle eines Falles reagiert werden kann.
Bei Kirsten gibt es immerhin erste Entwarnung. Der kaputte Meniskus muss nicht operiert werden. Allerdings plagen den Schlussmann noch Nervenschmerzen, er kann daher sein Bein nicht immer richtig kontrollieren. Wann der Torwart zurückkehren wird, ist deshalb aktuell völlig unklar. Sollte er bis Ende des Monats – dann schließt auch das Transferfenster – nicht wieder mit dabei sein, will Lok noch mal nachlegen. „Dann würden wir was machen“, bestätigt Scholz dieses Szenario.
FABIAN HELD
Leipziger Volkszeitung
06.08.2018 Ein Ergebnis für alle "Träumer"
Lok-Coach Scholz findet auch an der Niederlage Positives

Das 1:4 des 1. FC Lok Leipzig am Freitagabend bei Viktoria Berlin hat Heiko Scholz die Laune gründlich verhagelt. Dennoch hatte die Niederlage für den Lok-Coach etwas Gutes. „An der 1:4-Klatsche zu Anfang der Saison kann man positiv sehen, dass alle Träumer ganz schnell wieder unten sind. Jedes Spiel müssen wir hart erkämpfen. Das ist das einzige Gute, dass man am Anfang der Saison ein paar Ansatzpunkte hat“, sagte Scholz. Abwehrprobleme, Offensivschwäche, er hat einige gesehen.
Schon in der Anfangsphase hatten die Leipziger Glück, nicht zeitig in Rückstand geraten zu sein. Hanf, Zickert und Berger retteten in höchster Not. Nach einer halben Stunde gelang den Gastgebern dann doch die verdiente Führung, als Scharkowski aus gut 20 Metern einnetzte. Lok gelang durch ein schönes Freistoßtor von Malone postwendend der Ausgleich. Doch drei Minuten vor der Pause gelang Viktoria durch eine Freistoß-Bogenlampe aus fast 40 Metern die erneute Führung.
Lok-Keeper Christopher Hanf sah dabei gar nicht gut aus. „Ich habe ich auf eine Flanke spekuliert, der Treffer geht ganz klar auf meine Kappe“, erklärte der Torhüter dazu. In Halbzeit zwei gab es keine Torchance für die Gäste, die Berliner erhöhten durch Tore von Scharkowski (63.) und Soyak (80.) schließlich auf 4:1.
„Wir haben in der Höhe verdient verloren. Das Ergebnis spricht mehr als 1000 Worte. Wir haben die ersten 20 Minuten der ersten Halbzeit komplett verschlafen. Wir haben Glück, dass wir nicht gleich zwei Mal in Rückstand geraten. Nach dem 0:1 sind wir mit dem Ausgleich relativ gut zurückgekommen. Wir waren dabei, das Spiel so langsam in den Griff zu bekommen – und kriegen dann so einen Sonntagsschuss. Dann sind wir nicht mehr so richtig reingekommen. Das dritte und vierte Tor haben wir selbst aufgelegt. Das ist bitter“, resümierte Robert Zickert, um eine Kampfansage hinterher zu schieben: „Das wird uns nicht umhauen. Es ist der zweite Spieltag. Es geht weiter.“
Der vom BFC Dynamo nach Probstheida gewechselte Matthias Steinborn fand Trost im frühen Saisonzeitpunkt. „Die Rückkehr nach Berlin habe ich mir so nicht vorgestellt. Wir wollten etwas mitnehmen. Dass es jetzt so ausgegangen ist, ist für uns negativ. Aber zum Glück ist es am Anfang der Saison passiert. Es sind noch 32 Spieltage. Wir haben noch genug Zeit, dass aufzuarbeiten.“ Ob das Team dabei vorangekommen ist, wird sich schon morgen (19 Uhr) zeigen, wenn der Aufsteiger vom Bischofswerdaer FV nach Probstheida kommt.
ukö/M.K.
Bild Zeitung
31.07.2018 LOKS NUMMER 1 PLAGT GEREIZTER NERV - Kirsten schaut von Woche zu Woche
STEN HORNIG
Die gute Nachricht: Der Verdacht eines Meniskus-Einriss bei Torwart Benjamin Kirsten (31) hat sich nicht bestätigt. Die Schlechte: Wann Loks Nummer 1 wieder ins Tor zurückkehren kann, ist offen!
Kirsten zu BILD: „Ich habe einen gereizten Nerv im rechten Knie, muss von Woche zu Woche schauen.“
Während seine Team-Kollegen am Montag bei 34 Grad im Training schwitzten, schuftete Kirsten daheim in Dresden für seine Rückkehr.
Er erklärt: „Ich bin täglich zweieinhalb, bis drei Stunden in der Reha und arbeite mit Physio Frank Friedl.“
Kirsten weiß, dass Lok diese Saison eine starke Mannschaft hat. Kein Wunder, dass er seinem Team nach dem Auftaktsieg gegen Meuselwitz (3:0), auch Freitag bei Viktoria Berlin etwas zutraut – auch ohne ihn...
Bild Zeitung
12.07.2018 3:0-SENSATION Lok knallt Zwickau weg
ANDRÉ SCHMIDT
Das war doch mal eine Ansage an die Konkurrenz! Der FC Lok siegt 3:0 gegen Drittligist Zwickau und bot dabei eine richtig starke Leistung.

Wiederholt gab es Szenenapplaus von den rund 500 Fans. Und auch Halle-Trainer Torsten Ziegner, der auf der Tribüne eine Stadionwurst verdrückte, staunte nicht schlecht. Pfeffer (12.), Malone (21.) und Steinborn (27.) vergeben ihre Chancen zunächst. Nach einer Ecke von Pfeffer spitzelt Ex-Berliner Steinborn dann doch die verdiente Führung über die Linie (36.).
Stark auch Lok-Torwart Kirsten, der gegen Lauberbach (30.) und Bonga (45.) und auch später souverän zur Stelle ist.
Steinborn legt aus sechs Metern das 2:0 nach (56.) und wird von den Fans spontan schon als Fußballgott abgefeiert. Nach 63 Minuten macht er Platz für Ex-Zweitligaprofi Nicky Adler, der zunächst auf der Bank saß. Das zeigt, wie stark der Kader in dieser Saison ist. Nach einem Konter trifft der ebenfalls eingewechselte Gottschick noch zum 3:0 (89.).
Der NOFV hat die ersten drei Spieltage terminiert. Lok startet am 28. Juli (13.30 Uhr) gegen Meuselwitz. Am 3. August (19 Uhr) wird bei Viktoria Berlin, am 7. August (19 Uhr) gegen Bischofswerda gespielt.
Bild Zeitung
11.07.2018 OHNE ATICI UND POMMER GEGEN ZWICKAU - Lok testet die 3. Liga
Auf dem neuen Mannschaftsfoto, das der 1. FC Lok Leipzig am Dienstag erstellen ließ, waren beide Spieler natürlich mit drauf.
Offen ist jedoch weiter, wann die Fans Kemal Atici und Max Pommer wieder auf dem Platz sehen.
Atici (25) verletzte sich im Test gegen Teplice, musste am Fuss genäht werden. Die Krücken sind mittlerweile weg. Inzwischen wurden auch die Fäden gezogen.
Bis zum Wochenende hat der Stürmer jedoch absolutes Belastungsverbot, damit die Wunde nicht wieder aufplatzt.
Bei Pommer (20) haben sich die Rückenbeschwerden, mit denen er bereits die letzte Saison komplett ausfiel, wieder eingestellt. Er ließ sich im St. Elisabeth spritzen, fehlt aber auch am Mittwoch (17 Uhr, Bruno–Plache–Stadion) im Test gegen Drittligist Zwickau.
Fix: Das Eröffnungsspiel der 4. Liga bestreiten Nordhausen und Hertha II am 27. Juli (19 Uhr).

Leipziger Volkszeitung
09.07.2018 Test Bestanden
Der 1. FC Lok Leipzig präsentiert sich gegen West-Regionalligist Viktoria Köln ansprechend
Leipzig. Robert Zickert blinzelte nach Schlusspfiff in die Sonne und grinste. Der Verteidiger freute sich nach dem Test des 1. FC Lok gegen Viktoria Köln über sein schönes Kopfballtor zum 1:1-Endstand (65.) und die ansprechende Leistung seiner Mannschaft. „Spielerisch war das schon ordentlich. Die Einstellung hat gestimmt, in der Defensive waren wir griffig“, sagte der Ersatz-Kapitän nach dem Remis gegen den West-Regionalligisten, gegen den es in den vergangenen Jahren zwei klare Testpleiten (0:3/0:5) gesetzt hatte. Auch Neuzugang Nicky Adler war angesichts der guten Leistung „gegen eine gestandene Mannschaft“ zufrieden. Der Neuzugang von Erzgebirge Aue verfolgte das Match nach einem kleinen Muskelfaserriss noch auf der Tribüne. Eine reine Vorsichtsmaßnahme. Er steigt heute (Montag) wieder ins Training ein. Neben Adler musste Coach Heiko Scholz auch auf David Urban, Djamal Ziane, Maximillian Pommer und Kemal Atici verzichten.

Das tat dem Spiel der Loksche vor knapp 500 Zuschauern keinen Abbruch. Die erste Torchance für die Gastgeber verpasste Sascha Pfeffer in der zweiten Minute. Im Anspiel fehlt den Blau-Gelben manchmal noch die Präzision – zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung kein Wunder. Etwas überraschend brachte Stefano Maier die Kölner in der 28. Minute in Führung. Simon Handle versprang kurz darauf der Ball frei vor Schlussmann Benny Kirsten. Das hätte das 0:2 sein können. Die größte Chance zum Ausgleich vergab Neuzugang Matthias Steinborn, der kurz vor der Pause den Ball aus knapp fünf Metern unbedrängt an den Pfosten köpfte. Lacher auf der Tribüne, als Kevin Schulze bei einem Kopfballversuch gleich zwei Kölner abräumt. Beide blieben einige Sekunden angeschlagen liegen.
In der zweiten Hälfte wechselte Heiko Scholz munter durch. Als Markus Krug sich warm macht, spenden die Fans spontan Applaus. Da kam der Eindruck auf, als habe die Abschiedstournee des Lok-Rekordspielers, der nach Saisonende seine Karriere beenden will, schon begonnen. Vor Zickerts verdientem Ausgleich landete ein Schuss der Kölner, die in der ersten Runde des DFB-Pokals RB Leipzig empfangen, am Pfosten. „Mit unserem Spiel bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis nicht“, sagte Kölns Simon Handle, der mit Nicky Adler gemeinsam in Aue auflief.
Lok testet am Dienstag (18.30 Uhr) bei Sachsenligist Lipsia Eutritzsch, am Mittwoch (17 Uhr) läuft der FSV Zwickau im Bruno-Plache-Stadion auf. Freitag geht’s ins Trainingslager nach Aschersleben.
Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
02.05.2018 Lok wird mir vierfachen Etat Profiklub
Franz-Josef Wernze vom Hauptsponsor ETL erhöht sein Engagement / Nicky Adler zurück nach Probstheida?

Am Montagabend war die Katze endlich aus dem Sack: Der 1. FC Lok Leipzig wird die kommende Spielzeit in der Regionalliga Nordost mit einer Profimannschaft bestreiten. Intensive Gespräche waren dem vorausgegangen. Hauptsponsor Franz-Josef Wernze hatte früh signalisiert, den Schritt mitgehen zu wollen, doch die Pläne sollten auf soliden Füßen stehen.

Präsidium und Aufsichtsrat waren zunächst vorsichtig, vielleicht noch mit der Insolvenz aus dem Jahr 2002 im Hinterkopf. „Ich bedanke mich bei unserem Hauptsponsor ETL European Tax & Law und besonders bei ETL-Chef Franz-Josef Wernze für das Engagement und das Vertrauen in unsere Arbeit“, ließ Präsident Thomas Löwe nach der Entscheidung mitteilen.

Am Sonntag, im Anschluss ans 2:0 gegen den BFC Dynamo, tagten Wernze, Vorstand und Aufsichtsrat. Der Beschluss: In den kommenden beiden Spielzeiten werden die Lok-Kicker Vollprofis sein. Dafür wird der Etat dem Vernehmen nach auf rund zwei Millionen Euro erhöht, würde damit ungefähr vervierfacht. Die sportliche Führung um Trainer Heiko Scholz hatte lange auf diesen Schritt warten müssen. „Wir sind sehr glücklich“, sagte der Coach gestern im LVZ-Gespräch. „Wir müssen Bedingungen schaffen, um Erfolge zu ernten“, wiederholte Scholz sein altes Credo.

Das bedeutet: Nicht nur neue Spieler sollen kommen und der Mannschaft rund um die Uhr zur Verfügung stehen, sondern auch das Umfeld muss verbessert werden. Heißt konkret: Mehr medizinisches Personal, Scouts und so weiter. Auch im Marketing will sich Lok besser aufstellen, damit die große finanzielle Last künftig nicht vorwiegend auf den Schultern von Wernze und seiner Firma ETL liegt.
In der kommenden Saison wird die Regionalliga-Nordost einen direkten Aufstiegsplatz für die 3. Liga haben.

Dennoch will Lok Leipzig an der Vision 2020 festhalten. Der Aufstieg ist in der kommenden Spielzeit also noch nicht Pflicht. Dennoch soll die Mannschaft verbessert werden. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Verträge rausgeschickt. Wir hoffen, dass sich einige Spieler für Lok entscheiden“, sagte Scholz. Schriftlich fixierte Zusagen gibt es bislang aber noch keine.

Ein Name, der in Probstheida immer wieder fällt, ist Nicky Adler. Der Stürmer von Erzgebirge Aue ist gebürtiger Leipziger, spielte in der Jugend bei der SG Rotation und dem VfB Leipzig. Ein Name, der sicherlich viele Fan-Herzen höherschlagen lässt. Scholz und Adler kennen sich seit 15 Jahren. Offiziell ist die Zusammenarbeit noch nicht. „Dass Nicky Adler für Lok spielt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen“, sagte Scholz gestern.

Die kommende Saison ist noch Zukunftsmusik, Lok will die aktuelle Spielzeit ordentlich zu Ende bringen. Der erste Schritt dazu wäre der rechnerisch sichere Klassenerhalt. „Wir brauchen noch einen Sieg“, meinte Verteidiger Robert Zickert.

Nach einer Serie von acht Spielen ohne Dreier lief Lok zwischenzeitlich Gefahr, in den Abstiegsstrudel zu geraten. „Wir wollen uns im Vergleich zur vergangenen Saison verbessern und nicht wieder Zehnter werden“, gab Zickert ein klares Ziel vor. Dazu ist mit der Mannschaft eine Saison-Prämie für den fünften Rang ausgehandelt. Heute kommt mit der TSG Neustrelitz (Anstoß 19 Uhr) der Tabellenvorletzte nach Leipzig. Mit geklärter Zukunft und dem Ende der Negativ-Serie kann Lok da jetzt befreit aufspielen.
Fabian Held
Leipziger Volkszeitung
28.04.2018 Mit Kampf, Wille und Herz
Ronny Surma fühlt sich beim 1. FC Lok pudelwohl

Leipzig. Seit drei Jahren kickt Ronny Surma nun schon für den 1. FC Lok. Wenn man den kurzen Abstecher in der Saison 2012/2013 hinzunimmt, sind es insgesamt dreieinhalb Jahre. Der 30-Jährige fühlt sich in Leipzig sehr gut aufgehoben. Warum auch nicht? Er ist gebürtiger Ostdeutscher, stammt aus Dresden, spürt die Tradition der „Loksche“ und wohnt in der Nähe seiner Familie. Surma: „Ich habe mich nirgendwo so wohlgefühlt wie hier.“
Das war während seiner gesamten Karriere als Fußballer nicht immer so. Immerhin sechs Stationen in zehn Jahren verbucht der Verteidiger. Unter anderem Dynamo Dresden, SF Lotte und auch Babelsberg 03 stehen in seiner Historie. Besonders für den letztgenannten Verein lief er gerne auf, doch nach einer Trainer-Entlassung fand sein neuer Coach Christian Benbennek keine Verwendung mehr für ihn und weitere Altgediente. „Die Quittung hat er dafür bekommen“, meint Surma und verweist auf den Abstieg der Babelsberger aus der 3. Liga in die Regionalliga Nordost 2013.

Verteidiger Surma, der in seiner Zeit bei Dynamo teilweise im Sturm aushalf und dabei drei Tore sowie zwei Assists zu verbuchen hatte, trug auch die Farben von Hannover 96, zumindest in der zweiten Mannschaft: „Eigentlich sollte ich in die Erste hochgezogen werden. Dem damaligen Trainer war ich allerdings zu alt.“ Die Option, für Hannovers erste Mannschaft aufzulaufen, sei allerdings nicht ausschlaggebend gewesen für einen Wechsel in die niedersächsische Hauptstadt. „Das Projekt U23 hatte mich gereizt.“
In Leipzig heißt es für Surma zurzeit, gegen das Formtief anzukämpfen, in dem die seit acht Spielen sieglosen Blau-Gelben stecken. „Uns ist die Lockerheit abhanden gekommen“, so der Abwehrspieler. Er ist aber zuversichtlich, dass Lok die Wende hinbekommt, will den Negativlauf mit „Kampf, Wille und Herz“ bezwingen.
Surmas Vertrag läuft im Sommer aus, über seine Zukunft ist noch nicht entschieden. Genaueres will der Kicker nicht verraten – nur so viel: „Ich möchte dem Verein erhalten bleiben, egal in welcher Form.“ Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, ein Restaurant zu eröffnen, antwortete er lachend: „Nein, ich möchte niemanden nachahmen. So weit bin ich mit meinen Gedanken noch nicht, was genau nach meiner Karriere passiert.“
Eines weiß er aber genau: Die Lok-Elf will und muss sich gewaltig strecken, damit nach acht sieglosen Spielen am Sonntag (19 Uhr, Bruno-Plache-Stadion) im alten DDR-Oberliga-Klassiker gegen den Berliner FC Dynamo endlich wieder ein Dreier gelingt.
Lucien Cornell-Trapp
Leipziger Volkszeitung
16.04.2018 "Wir müssen langsam die Kurve kriegen"
Lok enttäuscht beim 0:2 in Auerbach auf ganzer Linie

Auerbach. Drei Punkte. Das ist die spärliche Bilanz aus den vergangenen fünf Spielen des 1. FC Lokomotive Leipzig in der Regionalliga Nordost. Ein Beinbruch ist das bislang allerdings nicht, denn die Probstheidaer stehen als Fünfter weiterhin gut da und haben sogar Tuchfühlung zu Rang drei.
„Wir wollen Fünfter werden. Das sind wir aktuell noch, aber wir müssen langsam die Kurve kriegen und wieder Spiele gewinnen“, sagte Trainer Heiko Scholz gegenüber der LVZ. Wie immer strahlt die Lok-Legende dabei schon fast stoische Ruhe aus. Nur nicht die Nerven verlieren – das ist die Botschaft dieser Tage. Zum einen, weil die Tabelle auf Grund der vielen Nachholspiele noch kein klares Bild ergibt. Und weil für die Scholz-Truppe weiter alles drin ist.
„Es war mehr Kampf als Fußball“, fasste der Trainer die 0:2-Pleite beim VfB Auerbach zusammen. In nun 18 Spielen gegen die Vogtländer sind der Loksche nur zwei Siege geglückt. Die Hausherren schienen auch diesen Dreier etwas mehr zu wollen. Lok war zwar bemüht, spielerisch fehlte es aber durchgängig an der zündenden Idee. Was allerdings auch an der erneuten Englischen Woche liegen könnte, welche die Scholz-Elf hinter sich hat – auch wenn es sich beim Mittwoch-Kick beim Halleschen FC (2:4) nur um ein Benefizspiel mit viel mehr Wechselmöglichkeiten handelte.
Das Problem: Es folgen jetzt noch einige weitere pickepackevollen Wochen. So liegt der Fokus auch schon wieder auf dem nächsten Spiel – am Mittwoch in Probstheida gegen den ZFC Meuselwitz. „Es fehlt ein bisschen die Frische und ein bisschen das Matchglück. Wir müssen auch mal wieder einen Sieg erzwingen“, meinte Scholz. VfB-Coach Michael Hiemisch sagte: „Es ist das schönste Kompliment, wenn dem Gegner nichts einfällt.“
Fast die gesamte Lok-Elf kämpft noch um die persönliche sportliche Zukunft. „Es gibt einige, die noch um einen Vertrag spielen“, betonte der Trainer. Einer ist Christopher Hanf. Wegen der Verletzung von Benny Kirsten kann sich der Ersatz-Torwart auszeichnen. „Er hat sein Zeug gemacht. Das war nicht einfach für ihn“, so Scholz. Wie es in der kommenden Saison finanziell weitergeht, ist noch unklar, viele Pläne sind derzeit etwas in der Schwebe.
Fabian Held
Bild Zeitung
10.04.2018 NACH KIRSTEN-VERLETZUNG - Hanf muss jetzt zeigen, was er kann
ANDRÉ SCHMIDT
Noch offen, wie lange Torwart Benjamin Kirsten (30) dem 1. FC Lok fehlen wird. Weil das Ultraschallgerät beim Arzt kaputt war, wird die genaue Diagnose erst Dienstag gestellt.


Kirsten ist bei Lok kaum zu ersetzen. Christopher Hanf (22) muss es zumindest versuchen. Mit etwas Glück hielt er zum Einstand gegen Bautzen die Null fest – obwohl er gleich bei seiner ersten Aktion einen Rückpass zu weit prallen ließ und danach einen Elfer verursachte.

Trainer Heiko Scholz nimmt den langen Kerl (1,93 Meter) aber in Schutz: „Er war nervös, noch gar nicht richtig warm und wurde obendrein auf dem falschen Bein angespielt.“

Am Saisonende läuft sein Vertrag aus. Scholz: „Deshalb hätten wir ihm ohnehin noch zwei, drei Spiele gegeben, um zu sehen, ob sich eine Verlängerung lohnt.“ A-Jugend-Keeper Pascal Gaedke (18) wird auf der Bank sitzen.
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